Blood Red Shoes - Stay Lonely


Einsam bleiben - das müssen weder Laura-Mary Carter (Gesang, Gitarre) noch Steven Ansell (Gesang, Schlagzeug), denn sie haben ja sich. Und das als Blood Red Shoes seit 22 Jahren und über nun sieben Studioalben hinweg. Und wenn man sich selbst genügt, dann kann man ein Album auch komplett in Eigenregie ohne externe Hilfe schreiben, aufnehmen, produzieren und mischen. So geschehen bei „Stay Lonely“.

Das neue Album der Blood Red Shoes ist als Eco-Mix-Vinyl-LP erschienen. Bei diesem Eco-Mix-Verfahren werden verschiedene Farben von recyceltem Vinyl verwendet, sodass jedes einzelne Exemplar eine einzigartige, zufällige Farbkombination aufweist. Im Falle von „Stay Lonely“ liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem wiederverwendeten Vinyl um alte Schallplatten-Lagerbestände von Garbage, The Kills, Wolf Alice, The White Stripes, Yeah Yeah Yeahs und Placebo handelt. Denn genau so klingen die 10 Songs, die nach 31 Minuten schon einmal durchgelaufen sind. 

Songs wie „Get Back Into Myself“, „Don’t Say A Word“ oder „2020 On TV“ würden wir aufgrund ihrer Pop-Ästhetik gern mal wieder von Shirley Manson, Butch Vig & Co. hören. In Bezug zu den Blood Red Shoes könnte man im Gegensatz den trockenen, rumpelnden Garagen-Rock der Anfangstage des Duos einfordern, als sie es noch ohne elektronisches Equipment versuchten. Dass Carter und Ansell auch nach über 20 Jahren Blood Red Shoes für Experimente offen sind, zeigen sie auf „Grande Valse“.

Blood Red Shoes in Deutschland:
12.10.2026 München, Technikum
13.10.2026 Berlin, Festsaal Kreuzberg
14.10.2026 Hamburg, Uebel & Gefährlich
15.10.2026 Köln, Bürgerhaus Stollwerck


 


Ihren hochenergetischen, skelettierten Indie-Rock definiert die Band aus Brighton hier unterschiedlich aus – durch ein Spiel mit Stimmungen, abwechslungsreiche Dynamiken und dem bekannten alternierenden Gesang von Carter und Ansell.
Bei „Start To End“ treibt ein düsterer Synthie-Puls den Song voran, „Get Back Into Myself“ setzt gekonnt auf einen Wechsel zwischen Wucht und Sanftheit. „Screams“ hat mit toller Melodie fast eine Popnote, „2020 On TV“ wirkt in seiner Anmutung wie ein Lana-Del-Rey-Cover, während „Useless Sentiment“ wie geschaffen ist für die räudige kleine Tanzfläche in der letzten noch vorhandenen Indie-Disco. Überhaupt muss man das Instrumentenspiel des Duos loben: Carter entlockt ihrer Gitarre mal verzerrte Riffs, mal melodische Akzente und mal fast zärtliche Akkorde; Ansells Schlagzeugspiel kann metronomisch präzise sein, rhythmisch flexibel und akzentuiert hart.
Blood Red Shoes bleiben weiterhin eines der besten Rockduos – alleine gegen den Rest der Welt.




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