Vil - Mens Vi Falder Stille


















Ein dänisch-isländisches Duo, das ruhige, knisternde, zerbrechliche Folktronics bietet und Kopfhörerkonzerte spielt - das hätte ich mir sehr gut als unser neuntes Wohnzimmerkonzert vorstellen können. Noch mehr, nachdem ich mir „Mens Vi Falder Stille“, das Debütalbum von Vil, welches bereits im Februar hätte erscheinen sollen, angehört hatte. Doch dann kam, noch bevor ich eine Anfrage an das Label / den Booker schrieben konnte, auch schon eine Email, in der die Band mitteilen ließ, dass sie aktuell aus gesundheitlichen Gründen nicht auf Tour gehen könne und daher auch die Veröffentlichung des Albums verschieben müsse. 

Seit letzter Woche dürfen sich zum Beispiel Fans von múm oder Amiina freuen, dass „Mens Vi Falder Stille“ in den Plattenläden steht, und Konzertgänger in Berlin erhalten die Möglichkeit einen von nur zwei geplanten Auftritten von Maria Bay Bechmann und Julius Rothlaender (am 11. April im Foyer des Bi Nuu) zu sehen.

Mir bleibt, die Kopfhörer aufzusetzen, in die klanglichen Welten von Vil zu versinken, mich auf unser Wohnzimmerkonzert mit The Lake Poets am 08. April zu freuen und doch noch auf mehr Konzerte von Vil in Deutschland zu hoffen, vielleicht sogar ein wenig auf eines im eigenen Wohnzimmer…




Gehaucht, geflüstert. Trotzdem aber so emotional aufgeladen und fließend. Vil hat heute zum Song „Vinduet“ ein Video rausgebracht und das ist wundervoll geworden. Es zeigt berührende zwischenmenschliche Szenen und Landschaften, die beeindrucken. Über 6 Minuten geht das bildliche Spektakel und es beeindruckt auf allein Ebenen. Im Video unterhalten sich zwei Erwachsene auf isländischer Gebärdensprache. Das wirkt intim und nimmt einen mit.
(soundkartell)




Schon der Opener "Vinduet" übt sich in der Disziplin des Leisetretens. Bay Bachmanns Vocals – komplett in Dänisch gehalten – blicken scheinbar suchend durch den spärlich und nah am Ambient vorbeisteuernden Song. Flüsterstimmen spicken den Verlauf, man glaubt, jedes Knistern und Knacken im Aufnahmestudio mitzubekommen. Ständig rauscht es im Hintergrund, damit wenigstens irgendetwas zu hören ist. Egal, ob Klavier, Keyboard oder Vocals, Direktheit und Unmittelbarkeit ist wichtig für Vil, die Musik bekommt keine Produktionsschicht übergezogen, die für Abstand zum Hörer sorgen könnte. Selbst dann, wenn "Mens vi falder stille" mit "På plads" erstmals harte glasige Beats hervorholt, welche nicht nur den Kontrast zum Klangteppich darstellen, sondern förmlich aus den zuvor verlorenen Gedanken reißen. Ein aus Konkretheit gebauter Fixpunkt inmitten all des Treibenlassens. Keine Sorge – die folgenden Tracks kehren wieder in die intime Komfortzone der Ruhe zurück.
(Plattentests)





Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Gefällt mir sehr. 8 Punkte

Ingo hat gesagt…

Da ist schon sehr ruhig und verträumt. 6,5 Punkte