Japanese Breakfast - Psychopomp























Auf der Suche nach den besten Shoegaze-Alben 2016 (I)

Minor Victories, Linda Guilala, Box And The Twins, Flyying Colours - wer kann sich noch in die Riege der besten Shoegaze-Veröffentlichungen 2016 einreihen, vielleicht...

... Japanese Breakfast.

"Psychopomp" heiß das Debutalbum von Michelle Zauners Soloprojekt Japanese Breakfast, das in ihrer US-amerikanischen Heimat bereits im Frühjahr und im Oktober in Europa über Dead Oceans veröffentlicht wurde. Über die Bandcamp-Seite wird aktuell die dritte Auflage der LP angeboten (Hazy Clear Pink bzw. Light Blue Marble), nachdem bereits weit über 1000 Exemplare in unterschiedlichen Färbungen verkauft werden konnten. Auch Cassetten-Freunde kommen nicht zu kurz!

Vom Musikexpress wurde Michelle Zauners sehr persönliches Album, das den Tod ihrer Mutter thematisiert, jüngst auf Platz 29 der besten Alben des Jahres gewählt - die übrigen oben genannten Alben sind nicht unter den Top 50 vertreten.

Wollen Sie am Rand dieses kleinen Popspektakels stehen bleiben und ernst bemient Assoziationen runterrattern? Wie Michelle Zauner aus My-Bloody-Valentine-Schauer, The-Sundays-Gesangsmelodie und Schrammelfein ein Stück wie „In Heaven“ zusammenbaut: Ja, da könnte man mit dem Finger draufzeigen. Aber warum analysieren, wie raffiniert hier die Klangwelten von Dreampop, Shoegaze und 80s-Anspruchspop zusammengeführt werden? Man muss sich hineinwerfen in diese beherzten Songs, so wie Michelle es mit ihrer Stimmte macht!  
(Musikexpress)




Doch was ist schon ein günstiger Moment? Wenn sich Zauner durch die Hinterlassenschaft ihrer Mutter wühlt und den Spagat zwischen posthumer Zärtlichkeit und ihrer atheistischen Rationalität bewältigen muss ("In Heaven")? Oder wenn sie in "Rugged country" ihrer Jugend entrissen wird, als ihre Freundin von einem gemeinsamen Freund verprügelt wird? Wenn nach der Tante die Mutter am Krebs verenden muss ("Heft")? Warum stellt sich Liebe dann ein, wenn man eigentlich nur mal verdammt horny ist ("Everybody wants to love you"), und der schnöde Fick, wenn man eigentlich "nur" geliebt werden will ("Triple 7")? Hat man sich das alles nicht irgendwie anders vorgestellt, unschuldiger, klarer? Dass sich solche Fragen unbeantwortet durch die meisten Songs ziehen, obwohl sie in einem Zeitraum von sechs Jahren entstanden sind, spricht für sich.
(plattentests)




Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

7,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Mit 25 Minuten Musik doch ein bisschen zu kurz geraten. "In Heaven" und "Everybody Wants To Love You" reißen es heraus. 6,5 Punkte