• Gemma Ray - Lights Out Zoltar!















    Die erste Vorladung (III)

    Personalien:
    Gemma Ray stammt aus Essex, musiziert seit ihrem 14. Lebensjahr, versuchte es kurzzeitig als Azubi in einem Reisebüro mit dem bürgerlichen Leben, bevor sie sich dann vollkommen auf die Musik konzentrierte.

    Tathergang:
    Aufgrund einer mysteriösen Krankheit als Folge einer Blutvergiftung, verbrachte sie die Jahre 2005 und 2006 unter starkem Einfluss unterschiedlicher Medikamente größtenteils in Krankenhäusern. Im Anschluss daran entstand ihr düsteres Debüt „The Leader", das hier leider übersehen wurde.
    Auch den Nachfolger gibt es bereits seit einigen Monaten - es ist also dringend an der zeit der Dame eine Vorladung zu überstellen.
    Lights Out Zolter!" wurde erneut von Michael J. Sheedy produziert und größtenteils von Gemma Ray und ihm allein eingespielt. Ausnahmen stellen nur die Streicher-Arrangements, einige Schlagzeugspuren und das Duett mit Joe Gideon („1952") dar.

    Plädoyer:
    Im Vorprogramm von Maximilan Hecker hinterließ Gemma Ray bei mir folgende bleibende Eindrücke: Sixties-Affinität (sowohl in den Songs, als auch in Frisur und Kleid zu erkennen), schöne Frau (auf den Bildern von Olivers Konzerterlebnissen zu sehen), mit Blumenranken dekorierte Bühne und tätowierter Fuß (auf Olivers Fotos leider nicht zu sehen), Musik irgendwo zwischen PJ Harvey und Nancy Sinatra, in einen Quentin Tarantino oder Jim Jarmusch Film passend, immer mal wieder in Richtung Soul, Blues und Country abbiegend, aber ohne dabei in eine Sackgasse geratend.

    Zeugen:

    Dunkelgrauen Pop nannte ein Kritiker mal das, was Songwriterin Gemma Ray auf ihrem Debüt "The Leader" gemacht hatte. So unrecht hatte er nicht, und auch über dem Nachfolger "Lights out Zoltar!" hängen dunkle Wolken. Es ist jedoch eher der Geruch eines nahenden Sommergewitters, der Rays Songs anhaftet, als der eines Herbststurms. Warm und süffig ist ihre Melancholie; zusammengeschwitzt aus Folk und Blues klingt sie wie der Soundtrack für die Reise eines Cowboys, der unausweichlich in den Untergang reitet.
    (kulturnews.de)

    Toll verzerrte Gitarren finden sich trotzdem auf dem Album. Wenn diese wie in "Dig Me A River" in einen spannungsreichen Dialog mit der fragilen Stimme der Sängerin treten, dann macht das Spaß. Weitere Highlights: "Fist Of A Flower" und "No Water".

    Dass Gemma Ray zudem gerne mit Streichern und mehrspurigen Gesängen arbeitet, kommt der Dynamik zugute. Nach ihrem Debüt "The Leader" erkannte die britische Presse ihr gar ein wenig Nina Simone. Was dann doch etwas zu hoch gegriffen erscheint.

    In eine Retrowolke bleibt "Lights Out Zoltar!" aber dann sehr wohl gehüllt. Die eine oder andere Sixties-Scheibe dürfte sich bei Gemma Ray im Plattenschrank finden. Wenn nicht gar ältere Sachen, wie "1952" andeutet.
    (laut.de)


    Indizien und Beweismittel:





    „Dig A River" Video





    „I'd Rather Go Blind" Video (Etta James Cover)





    „Goody Hoo" Live Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • 3 Kommentare:

    Volker hat gesagt…

    Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass die Platte dir entgegen kommt.
    Hatte das Album, weil die Single toll war, hab es aber nicht mehr,da es mir dann, obschon schon einnehmender als der Vorgänger, trotzdem immer noch etwas spröde war.

    6

    Oliver Peel hat gesagt…

    Verflixt, habe das Tattoo auf dem Fuß nicht bemerkt! Sonst hätte ich natürlich draufgehalten :)

    Dirk hat gesagt…

    Was soll ich sagen? Seltsam, aber der dritte 7er in Folge für heute...

    7 Punkte

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)