• Richard Hawley - Truelove's Gutter
















    #23 Richard Hawley

    Losgelöst von allen Zwängen musiziert Richard Hawley für das Label Mute Records und croont sich in 51 Minuten durch 8 zeitlose, düstere Titel, bei denen man sich auch Dean Martin oder Frank Sinatra hinter dem Mikrofon vorstellen könnte. Da das Album als absolut unkommerziell zu bezeichnen ist, wäre es wünschenswert, dass Robbie Williams, wenn er denn noch einmal ein zweites Swing-Album aufnehmen sollte, einen Song aus „Truelove's Gutter" covert, damit ein paar Euro in die Kassen von Mute und Hawley kommen.

    Zum dritten Mal nach „Coles Corner" (2005) und „Lady's Bridge" (2007) bezieht sich der Albumtitel auf eine örtliche Begebenheit, nämlich eine Gasse, in Sheffield. Auf „Truelove's Gutter" wird der Bass nur dezent gezupft, der Gitarre entfleuchen Töne in Zeitlupe und das Schlagzeug verdient seinen Namen nicht, denn die Felle werden hier nur sanft gestreichelt. Man kann das langweilig und monoton finden, muss sich aber dann den Vorwurf gefallen lassen, nicht genau hingehört zu haben, bei den schwelgenden Streichern in „Open Up The Door", der singenden Säge in „Don't Get Hung Up In Your Soul" oder der Lautstärke-Eruption in „Soldier On".


    Die acht balladesken, epischen Songs handeln von bitterer Liebe, zerbrochenen Leben und selbstzerstörerischen Freunden. "Einige der Songs sind persönlich, aber viele basieren auf der Beobachtung von Freunden und Menschen, die ich kenne. Nicht auf eine gemeine, grausame Weise. Ich versuche lieber, die Menschen zu verstehen als sie zu verurteilen. Das war es, was ich mit diesem Album erreichen wollte: einfach ehrlich zu sein über den Zustand meines Herzens", so der ehemalige Pulp-Tour-Gitarrist.

    Die fließende, meditative Grundstimmung von "Truelove`s Gutter" fordert dem Hörer ab, sich in Ruhe auf die Songs, die zwischen fünf und 10 Minuten lang sind, einzulassen. Richard Hawley, der düstere Crooner aus Sheffield, bietet dafür sanfte Seelenmassage und entwirft Soundlandschaften von ozeanischer Größe. Es gibt aber auch einige Obskuritäten zu entdecken. So kommen ungewöhnliche Instrumente wie Cristal Baschet, Waterphone, Ondes Martenot, Lyra oder eine Glasharmonika zum Einsatz. Instrumente von denen Richards, der die Grenzen seiner Klangpalette ausloten wollte, vor den Aufnahmen selbst noch nie gehört hatte.

    Im Mittelpunkt der sparsamen, altmodischen Produktion steht aber Hawleys samtene Stimme, die sich sanft auf die schwelgerischen Melodien legt. Auch wenn man mitunter die dynamischen Songs der bisherigen Platten vermisst, überzeugt Hawley auch auf seinem sechsten Studioalbum auf ganzer Linie.
    (pop100.com)


    Dieses Jahr legt Richard Hawley auf jeden Fall ein stärkeres Soloalbum hin als Jarvis Cocker, sein ehemaliger Weggefährte aus Pulp-Tagen.





    „For Your Lover Give Some Time" Video
  • 1 Kommentare:

    Dirk hat gesagt…

    Richard Hawley vs. Jarvis Cocker 7,5 : 6.

    Und nächstes Jahr dann die Pulp-Reunion...

    7,5 Punkte

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)