• Black Kids - Rookie



















    PVG: Als „Rookie“ bezeichnet man eigentlich einen Neuling oder Anfänger. Aber als Frischlinge gehen die Black Kids nicht mehr durch, oder?

    Oliver: Gegründet wurde die Band vor über 10 Jahren, also Neulinge sind sie definitiv nicht. Ihr Backkatalog ist mit einem Album und einer Hand voll Singles dafür aber recht überschaubar. Nach fast einer Dekade Pause kann man sie vielleicht als „Neuanfänger“ bezeichnen.

    PVG: Ihrem Debütalbum „Partie Traumatic“ hast du zunächst euphorische 9 Punkte gegeben, einige Monate später aber auf 8,5 Punkte korrigiert. Wie ist denn die Halbwertszeit der Musik der Black Kids? Bist du nach 9 Jahren immer noch bei so einer hohen Bewertung?

    Oliver: Das Album ist kein Dauergast auf meinen Musikwiedergabegeräten. 8,5 Punkte würde ich heute wahrscheinlich auch nicht mehr zücken. Allerdings macht mir die Platte tatsächlich immer noch sehr viel Spaß und ich würde sie weiterhin im PvG’schen ‚Sehr gut‘-Bereich ansiedeln.




    PVG: Hast du die Band in den letzten Jahren aus den Augen / Ohren verloren oder die Entstehung von „Rookie“ über Pledgemusic unterstützt?

    Oliver: Dass es eine neue Platte bzw. die Band überhaupt noch gibt, habe ich glaube ich erst durch Deine Fragen hier mitbekommen. Oder vielmehr: Vielleicht habe ich es mal irgendwo aufgeschnappt, dann aber wieder verdrängt und Du hast mich dazu animiert, mich damit auseinanderzusetzen. Das war sehr nett von Dir. Also nein: Nichts gepledget.

    PVG: Welche Band fand zuletzt vor der Plattenveröffentlichung deine finanzielle Unterstützung und was hast du dafür erhalten?

    Oliver: Ich fürchte es war das zweite Album von We Invented Paris. Das muss so Ende 2013 gewesen sein. Ein herzliches Dankeschön und eine Erwähnung in den Credits war die Belohnung. Leider war ich von dem Ergebnis so enttäuscht, dass ich seitdem keine Platten irgendwelcher Bands mehr mitfinanziert habe.




    PVG: Die Entstehung von „Rookie“ dauerte, laut Aussage der Band, so lang, weil sie u.a. Schwierigkeiten beim Komponieren hatten: Worst of all, we couldn’t write a chorus, and for a band that worships The Chorus, this was problematic. Also, haben sie wieder großartige Refrains für uns?

    Oliver: Ach, die lügen doch. Die schütteln ihre Refrains doch einfach so locker aus dem Ärmel.

    PVG: Ich zitiere noch einmal die Band: Like our 2008 debut, Partie Traumatic, the album is a pastiche of the pop of previous decades. We still genre-hop, we still make grotesque, saccharine hybrids. Beim Debüt waren es doch sehr viele 80er-Einflüsse. Hier auch oder durch welche Genre hüpfen sie noch?

    Oliver: Absolut 80er. Das neue Album schließt quasi nahtlos an das Debüt an – auch wenn 9 Jahre dazwischen liegen. Man hört Peter Hook-Bässe und Smiths- und Cure-Gitarrenmelodien. Zumindest in den ersten zwei, drei Songs. Nach hinten hin wird es dann leider schwächer, aber 80er-Jahre beeinflusster Indiepop ist durchaus ein passender Oberbegriff für die Musik der Black Kids.




    PVG: Die nacheinander folgenden „Natural Born Kissers“ , ein ziemlich übeler Calvin Harris-EDM-Club-Mist, und „All The Emotions“, eher so ein Ace Of Base-Outtake, sind als Dublette nur schwer zu ertragen, oder?

    Oliver: Ja.

    PVG: Wenn du einen Song aus „Rookie“ für ein Mixtape aussuchen dürftest - welcher wäre es? Und zwischen welchen Bands / Liedern würdest du ihn platzieren?

    Oliver: Ich denke es wäre der Opener ‚IFFY‘. Nach ‚When I Dance With You‘ von den Pains Of Being Pure At Heart und vor ‚What Do You Want From Me?‘ von Monaco.




    PVG: Trotz deiner hohen Wertung kam „Partie Traumatic“ 2008 bei Platten vor Gericht nur auf durchschnittlich 6,583 Punkte. Wie wird „Rookie“ abschneiden?

    Oliver: Voraussichtlich nicht ganz so ‚gut‘. Ich werde die Punkte dieses Mal nicht in solche Höhen treiben können.


  • 2 Kommentare:

    Dirk hat gesagt…

    Zwischendurch echt übel. 6 Punkte

    Olly Golightly hat gesagt…

    Die hätten wir fast in New York gesehen - allerdings haben die an unserem Anreisetag gespielt und wir waren schon über 24 Stunden auf den Beinen. Haben wir uns dann lieber geschenkt... Platte bekommt 7,5 Punkte.

    Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)