• BRNS - Sugar High


















    Die belgische Band BRNS (gesprochen: Brains) lässt bei ihrem Namen die Vokale weg, will aber in ihre Musik alles hinein stopfen: Saxofon-Solo, brachiale Gitarren-Ausbrüche, weibliche Stimmen, pfeifende und flötende Keyboards, heraus gequetschter Falsettgesang, komplexe Klangexperimente, groovende, vielschichtige Rhythmen, monotone Wiederholungen und unvorhersehbare, abrupte Songwendungen. Als würden alt-J, Yeasayer, Cloud Nothings, Animal Collective, Battles und Menomena darum wetteifern, den abgedrehtesten Songs zu schreiben. 

    Für „Sugar High“ nahmen sich BRNS viel mehr Zeit als für die „Wounded“ EP oder das Debütalbum „Patine“ und verbrachten mehrere Wochen in unterschiedlichen Studios in Brüssel. Zudem verabschiedeten Tim "Clijsters" Philippe, Antoine Meersseman und Diego Leyder ihren früheren Mitstreiter Cèsar Laloux und begrüßen Lucie Marsaud von der französichen Band Arch Woodmann als neues Bandmitglied.

    Jetzt aber zum, äh, ungewöhnlichen Video zu „Pious Platitudes“:




    Brns, gesprochen Brains, kommen aus Brüssel und probieren, ihr Faible für Romantik in ein komplex-hypnotisches Soundgebilde zu projizieren. Was einigermaßen gelingt, wenn pfiffige Keyboards eine an sich melancholische Komposition aufmotzen. »Ishtar« hat beispielsweise etwas, Sturm und Drang inklusive, wenngleich gebremst. Das Quartett kann durchaus auch schneller, doch zählen Rücknahme und Beschleunigung durchaus zu den Mitteln popmusikalischer Dramaturgie. So nimmt »Damn Right« erst nach zwei Minuten Fahrt auf, bleibt aber eine Anklage, wo flirrende Gitarren und Synths eher Schönklang verbreiten. »Encounter« geriert sich als Überflieger, wo wirklich etwas los ist, sich Gitarren hochzwirbeln, eine hysterische Kopfstimme den Ton angibt, sowie ein bisschen Funkyness à la Bilderbuch durchschimmert und fiebernde Keyboards mit Handclapping ein tolles Fade-out bescheren. Eigentlich sprühen Brns vor Ideen, doch mitunter nervt Überstrapaziertes wie Orgelfiepsen und Schöngesang – etwa auf »Sarah«. Postrock-Zitate bescheren immer wieder Auflockerung und die Belgier schaffen es würdig ins Finale: »So Close«, der mit sieben Minuten längste Song, eröffnet mit wohligem Piano-Intro, wächst sich dann aber zu einem psychedelisch angehauchten Monster, in das schöne Keyboardmelodien eingestreut werden, aus.(skug)





  • 3 Kommentare:

    Dirk hat gesagt…

    Zwischendurch ziemlich experimentell. Leider diesmal die Hits vergessen.
    7 Punkte

    Olly Golightly hat gesagt…

    6 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    7 Punkte

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