• Julien Baker - Turn Out The Lights




















    Die erste Vorladung (III)

    Personalien:
    Gerade einmal 22 Jahre ist die aus Memphis, Tennessee, stammende Julien Rose Baker alt. 

    Tathergang:
    Eine mit einem Freund aufgenommene und via Bandcamp veröffentlichte EP führte dazu, dass ein  Indielabel aufmerksam wurde, die Aufnahmen mastern und um 2 Songs ergänzen ließ und als „Sprained Ankle" veröffentlichte. Ende 2015 tauchte das Debüt von Julien Baker dann in vielen Bestenlisten, u.a. der New York Times, auf. Seitdem spielte sie im Vorprogramm von Death Cab for Cutie, Conor Oberst, The Decemberists oder Belle & Sebastian und wurde von Matador Records unter Vertrag genommen.
    Dort erscheint nun das heute veröffentlichte „Turn Out The Lights“, welches Julien Baker, die alleine für Songwriting und Produktion zuständig war, in den Ardent Studios in Memphis aufnahm und von Craig Silvey (The National, Florence & the Machine, Arcade Fire) abmischen ließ. 

    Plädoyer:
    „Turn Out The Lights“ dokumentiert Bakers Weiterentwicklung und nutzt die Möglichkeiten eines modernen Studios, ohne das intime, zerbrechliche Flair zu zerstören: Denn nicht mehr nur Stimme und Gitarre prägen die Songs, da sich das Piano in den Vordergrund schiebt und Streicher sowie Holzbläser die diversen Tonspuren füllen, ohne das Album überladen oder bombastisch wirken zu lassen. Besonders gelungen sind die Momente, wenn die beschauliche Stimmung, wie am Ende vom Titelsong bzw. bei „Sour Breath“, bewusst gebrochen wird.
    Ende 2017 wird auch das zweite Album von Julien Baker in vielen Bestenlisten auftauchen.


    Zeugen:

    Schon der Opener fängt mit Klavier und Geige dramatischer an als „Sprained Ankle“ aufhört. In „Televangelist“ und „Everything That Helps You Sleep“ muss die Gitarre sogar ganz dem Klavier weichen.“Die neue Vielfalt steht Ms. Baker ebenfalls prima und findet im finalen „Claws In Your Back“ seinen Höhepunkt. Wie sich hier, abermals zu einem viereinhalb minütigen Crescendo, ihre Stimme über Klavier und Streicher in die Höhe schraubt, ist Gänsehautmoment pur – und nur einer von vielen auf „Turn Out The Lights“.Trotz der voluminöseren Produktion und einem größer gedachten Songwriting ist Julien Baker noch besser geworden als auf ihrem bereits hervorragenden Debüt „Sprained Ankle“. Ein dramatischeres, in seiner Schönheit theatralischeres Singer/Songwriter-Album als „Turn Out The Lights“ hat es und wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.(musikblog)


    Auch in musikalischer Hinsicht öffnet sich Baker für Piano, Holzbläser und Streicher, die ihre schüchtern gezupfte E-Gitarre unterstützen. Beide Wandlungsprozesse verdeutlicht »Hurt Less«. Hier drückt Julien Baker zu einer verspielten Klaviermelodie zumindest dadurch eine neu erlangte Wertschätzung ihres eigenen Lebens aus, dass sie mittlerweile simple Sicherheitsmaßnahmen wie den Anschnallgurt nutzt und Wege findet, den Daseinsschmerz durch das Zusammensein mit lieben Menschen geringer werden zu lassen. Die Betonung liegt natürlich auf »geringer«, denn auch »Turn Out The Lights« bleibt in jeder Sekunde fragil wie eine Seifenblase — und an seinen besten Stellen ebenso wunderschön schillernd.(intro)


    Indizien und Beweismittel:





    Ortstermine:
    14.11.17 Heimathafen Neukölln, Berlin
    15.11.17 Uebel & Gefährlich, Hamburg
    16.11.17 New Fall Festival, Düsseldorf

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • 2 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…

    Nichts für meine Bestenliste. 6 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Etwas zu eintönig. Bei den 3 Songs, die mir im Gedächtnis bleiben, passiert auch mal etwas...
    6,5 Punkte

    Die 10 besten Alben von Prince

    10. Lovesexy (1988)
    9. Diamonds And Pearls (1991)
    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)