• We Were Promised Jetpacks - These Four Walls
















    #13 We Were Promised Jetpacks

    Jetpacks, also Raketenrucksäcke, die man sich auf den Rücken schnallt, um in die Luft zu gehen sind mir 1984 bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Los Angeles zum ersten Mal begegnet - oder trug sie schon früher Colt Seavers in „Ein Colt für alle Fälle"? Egal, vier Jungs aus Glasgow (Adam Thompson, Michael Palmer, Sean Smith und Darren Lackie) gaben sich sicherlich diesen Bandnamen, weil ihre Musik ebenso Druck ausübt wie Jetpacks und den Hörer in die Luft katapultiert.
    Fat Cat Records wurde auf die Band, die selbst Frightened Rabbit, The Twilight Sad und Biffy Clyro als Einflüsse nennt, aufmerksam und veröffentlichte nach den beiden Singles „Quiet Little Voices" und „Roll Up Your Sleves" das Debütalbum. Für „These Four Walls" stellten sie ihnen mit dem Produzenten Ken Thomas (Sigur Rós, david Bowie) und dem Mixer Peter Katis (The National) keine Unbekannten zur Seite.

    Energetische Rocksongs, getrieben von Perkussion und Gitarrenriffs, dazu Thompsons einschneidende Stimme, die sich, um die Eindringlichkeit der Texte zu unterstützen auch schnell mal überschlägt. Gleich im Opener „It's Thunder And It's Lightning" skandiert er mantraartig "Your body was black and blue", nachdem der Song bereits einige Wendungen genommen und schöne Glöckchen an gute alte Bloc Party Zeiten erinnert hatten. Neben den allgegenwärtigen New Wave- und Post-Punk-Parallelen, musste ich im Verlauf des Albums (z.B. beim ruhigeren „Conductor" oder dem 8minütigen „Keeping Warm") sehr oft an die Emo-Rocker Jimmy Eat World denken, oder, wenn gegen Ende eines Songs die Gitarren ordentlich schrammeln (ein bei den Jungs sehr beliebtes Stilmittel), an The Wedding Present („Short Bursts", „Quiet Little Voices").
    Ich bin gespannt, ob We Were Promised Jetpacks bei euch zünden werden.





    „Quiet Little Voices" Video


    Adam Thompson & Co. machen schon seit Jahren zusammen Musik, doch das Debütalbum These Four Walls erschien erst im letzten Juni bei FatCat Records, wo auch The Twilight Sad untergebracht sind. Offen gesagt sind die Parallelen zwischen den beiden schottischen Bands kaum zu übersehen, was aber den jüngeren Jetpackbrüdern keineswegs den Charme raubt.

    Durch das ganze Album hindurch stampfen die Gitarren druckvoll und begleiten Texte über das Jungsein und auch nicht mehr so Jungsein. So verflucht man in Quiet Little Voices ebendiese Stimmen, die Weisheiten flüstern, an denen man sich längstens schon satt gehört hat. Und dennoch bekennt sich die Band im achtminütigen Keeping Warm auch zu den dazugehörigen Ängsten und zur Entfremdung. Die Jetpacks dazu - enigmatisch, wie so oft: „We are older than Ghostbusters 2. Then again, we are younger than Ghostbusters."
    (78s.ch)






    „Roll Up Your Sleves" Video
  • 3 Kommentare:

    Olly Golightly hat gesagt…

    Da sind schon ein paar tolle Hits drauf. Insgesamt 7 Punkte.

    Ingo hat gesagt…

    Wie ein wütender Malcolm. 7,5 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Kraftvoller Indierock, der immer, bevor er langweilig wird, mit einer neuen Idee oder unerwarteten Wendung daher kommt.

    7 Punkte

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)