• Bad Lieutenant - Never Cry Another Tear
















    #6 Bad Lieutenant

    Benannt haben sich Bad Lieutenant wohl nach einem Film von Abel Ferrara aus dem Jahre 1992 über einen drogen- und wettsüchtigen New Yorker Polizisten. Ich weiß nicht, welche Drogen Bernard Sumner nimmt, aber ich wette, dass wir (trotz aller Unkenrufe) noch einmal etwas von New Order hören werden.
    Nun aber erst mal sein neues Projekt Bad Lieutenant, das New Order deutlich näher steht als Electronic (1989-1999, mit Johnny Marr und in den ersten Jahren Neil Tennant). Sumners Mitstreiter sind diesmal weniger berühmt: Phil Cunningham (Gitarre), der bereits bei New Order involviert war, und Jake Evans (Gitarre und Gesang), ein junger Musiker, der den älteren Herren wohl etwas Dampf machen sollte. Da traf es sich gut, dass Alex James (Blur) und Stephen Morris (New Order, Joy Division) an Bass und Schlagzeug gelegentlich aushalfen, so dass Bad Lieutenant auch New Order light hätten heißen können.
    Die Betonung liegt hier auf „light", denn hört man sich „Never Cry Another Tear" an, so könnte doch die ein oder andere Träne die Wangen hinunter kullern, da man auf Songs der Güteklasse „Crystal" oder „Krafty" vergebens warten muss und die Erkenntnis reift, dass Bernard Sumner und Peter Hook, trotz aller Differenzen, zusammen doch mehr sind, als nur die Summe der einzelnen Teile.

    Man kann es aber auch anders sehen:

    "Never cry another tear" ist melancholisch bis in das letzte Zucken der Songs. Luftige Melodien gleiten über sie hinweg, bis plötzlich der Kontakt hergestellt wird: "Running out of luck" macht einem die Leichtigkeit nur vordergründig vor, fängt den Hörer mit seiner ureigenen Traurigkeit aber bald schon wieder auf. Das hübsche "Shine like the sun", das sich wie eine verschüttetete Embrace-Single anhört, weiß ebenfalls von dieser Zwielichtigkeit zu berichten. Sumner und seinen beiden Mitstreitern gelingt mit diesem Debüt ein großartiger Streich. Hier wird fortgeführt, was New Order am Ende ihrer Lebenszeit dezent in den Hintergrund gerückt haben: das Songwriting. Bad Lieutenant ist das definitive Understatement.
    (plattentests.de)


    Auf dem Debüt "Never Cry Another Tear" erinnert freilich vieles an die Hauptband. Nicht nur der wavige Sound ist typisch für Sumners Songwriting im Kreise von New Order, auch sein Gesang lässt die alten Kollegen zu keinem Zeitpunkt vergessen. Trotzdem wagt er sich mit einigen Akustik-Nummern auf neues Terrain und tatsächlich funktioniert dieser Ausflug erstaunlich gut. Sollten Bad Lieutenant ein zweites Album ins Auge fassen, wäre dies zwar Schade für New Order, aber einfacher für Bernard Sumner selbst - hier gibt es keine unnötigen Querelen, sondern schmissige Musik, die nicht zu genretypisch klingt. Prima so.
    (sallys.net)






    „Sink Or Swim" Video
  • 4 Kommentare:

    Dirk hat gesagt…

    Wenn es an starken Songs fehlt, hilft weder der New Order-Bonus, noch der zweite Sänger.

    6 Punkte

    Oliver Peel hat gesagt…

    Live waren da ein paar Zugnummern dabei, wenngleich natürlich die alten New Order Sachen, die Bad Lieutenant im Pariser Olympia gespielt haben deutlich mehr Staub aufgewirbelt haben.

    -7- Punkte

    Olly Golightly hat gesagt…

    6 Punkte

    Christoph hat gesagt…

    Das erste Lied finde ich großartig, danach wabert es so aus. Daher 6.

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
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    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)