• Pascal Finkenauer - Unter Grund




    In der aktuellen Ausgabe der intro steht folgendes zu lesen:

    Der "Bundesvision Songcontest 2009" weist ja nur oberflächlich mit Peter Fox einen klaren Sieger aus. Im Endeffekt aber wurden bei den ersten Vier des Rankings lediglich bereits völlig ausdefinierte Popularitätswerte sichtbar gemacht. Also Fox, Polarkreis, Cassandra Steen und Rage. Die hätten live abliefern können, was sie wollen, an ihrer Platzierung hätte das nichts geändert. Sie hatten ihr Publikum bereits klargemacht. Spannender wurde es demnach dahinter. Dort war nicht alles ausgemacht, und gewählt wurde dort tatsächlich, was gefiel: Aufgewertet hat dieses Prinzip (auch dank des Heimvorteils) Sven Van Thom und das Mädchen mit dem bayerischen Song ("I wui dass du woasst"), keinem der Neutralen gefallen haben dagegen die Fotos und Pascal Finkenauer.


    Das wollen wir in einer kurzen Reihe nun einmal hinterfragen und einen Blick auf die hinteren Plätze werfen...


    Pascal Finkenauer trat mit „Unter Grund“ für Rheinland-Pfalz beim Bundesvision Song Contest 2009 an und belegte den 12. Platz.

    Pascal Finkenauer zeigt auf seinen Platten so viele unterschiedliche Facetten, dass es den Rezesenten äußerst schwer fällt die darauf enthaltene Musik zu kategorisieren.
    Genau so auch bei seinem dritten Album „Unter Grund“, denn da wollen einige Schubladen (Pop, Elektro, Chanson, Punkrock, Liedermacher, Hip Hop, New Wave) geöffnet und mit Inhalten gefüllt werden und das, obwohl eine eindeutige Zuordnung oftmals nicht möglich erscheint. „Weißt du noch“ ruft nach Chanson oder Liedermacher, klingt es doch wie Reinhard Mey, wird jedoch von elektronischen Beats unterlegt, so dass Wortschöpfungen wie „Punkchansonnier“ oder „moderner Liedermacher“ die Runde machen.

    Viel schöner als in „Ich blicke an dir vorbei“ kann man die Themen Liebeskummer und Trennungsschmerz nicht in Worte fassen und da sind Texte auf einmal gar nicht mehr egal, sondern berührend und ergreifend.





    „Ich blicke an dir vorbei“ Video


    Stilistische Grenzen werden von Finkenauer nicht anerkannt oder bewusst und polarisierend gegeneinander gesetzt. Melancholisch eingefärbte und traurige Geschichten („Ich blicke an dir vorbei“, „Verrosteter Revolver“) stehen direkt neben temporeichen, aggressiven Songs („Unter Grund“, „Zu glatt“) und lassen die Platte so vielschichtig und facettenreich und somit zu Finkenauers bestem Album werden.





    „Zu glatt“ Video


    Stimmen zu „Unter Grund“:

    Introvertierte Seelenspiegelung eines Ausnahmesongwriters.
    (Musikexpress)

    Kratzbürstig, intelligent und schön.
    (Kulturnews)

    Wundervoll unkonventionell. Die zwölf Tracks auf Unter Grund überzeugen
    durch musikalische und textliche Vielseitigkeit und ist doch gleichzeitig
    geprägt von erstaunlicher Einheitlichkeit und Authentizität.
    (Kölnische Rundschau)

    Es ist schon eine Kunst für sich, Vergangenheitsbewältigungen ("Weisst du noch") und Ängste ("Und wieder kommt die Nacht") so gelassen und trocken in Wort und Ton zu packen, ohne dabei in Kitsch und andere dick aufgetragene Gefilde abzudriften...Sein drittes und mit Abstand bestes Soloalbum.
    (www.plattentests.de)


    Pascal Finkenauer allein und akustisch:

    06.05.2009 Frankfurt, Das Bett
    08.05.2009 Augsburg, Hempels
    15.05.2009 Braunschweig, Riptide
  • 9 Kommentare:

    Volker hat gesagt…

    Hmmm, vielleicht sollte ich das Album nochmal hören. Für mich war es bis jetzt sein mit Abstand Schlechtestes.

    Dirk hat gesagt…

    Nein, du solltest dem Album auf jeden Fall noch mindestens eine Chance geben - wenn es sogar mir gefällt!

    Volker hat gesagt…

    DAS überrascht allerdings, wobei ich der Meinung war, du fandest auch schon das Debut recht gut?

    Dirk hat gesagt…

    Auf dem Debüt und der dazugehörigen EP waren ein paar gute Nummern, die musste man auf dem zweiten Album mit der Lupe suchen und hier kommen sie wie an der Perlenschnur aufgereiht - na ja, fast. Und "Ich blicke..." ist sein bisher tollstes Lied.

    oliver r. hat gesagt…

    Nummern? Das ist Dieter Bohlen Sprache ;-)

    Dirk hat gesagt…

    Nein, so ist das heute, seit es diese neuen Geräte gibt - CD-Player - merkt man sich doch keine Liedtitel mehr, sondern nur noch die Nummern auf dem Display.
    ;-)

    Volker hat gesagt…

    Auf dem zweiten Album war doch der beste Finkenauer Titel ever...

    Dirk hat gesagt…

    Das bisher beste deutschsprachige Album, oder? Aber da gehört bisher auch nicht viel zu....
    Dank „Ich blicke an dir vorbei“ lege ich zu meiner ursprünglichen Wertung noch 0,5 Punkte hinzu:

    7,5 Punkte

    Volker hat gesagt…

    Hier wage ich fast keine Wertung, da ich es immer noch als sein schwächstes Werk sehe und es kaum gehört habe.

    Gefühlt bei 6,5 Punkten

    Die 10 besten Alben von Prince

    10. Lovesexy (1988)
    9. Diamonds And Pearls (1991)
    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)