• The Head And The Heart - Living Mirage


    Mehr eingängige Melodien zu Nah Nah Nah-Chören („Missed Connection“), mehr moderne Hip Hop-Beats („Honeybee“) und noch mehr glatt polierter und konturloser Folk-Pop fürs Radio, der mal an Bruce Hornsby trifft Bruce Springsteen („Living Mirage“, „Running Through Hell“), mal an Fleetwood Mac trifft Mumford & Sons („Up Against The Wall“) erinnert.

    The Head And The Heart setzen ihren auf „Signs Of Light“ (2016) eingeschlagenen Weg fort und versuchen sich als Top Ten-Album-Band zu etablieren. Jedoch konnte das Sextett, dass den Abgang von Gründungsmitglied Josiah Johnson durch die Rückkehr von Keyboarder Kenny Hensley und die Aufnahme von Matt Gervais (Ehemann von Sängerin/Violinistin Charity Rose Thielen) zu kompensieren versucht, nicht den Erfolg des Vorgängers wiederholen. Nach Platz 5 für „Signs Of Light“ erreichte „Living Mirage“ nur Rang 16 in den US-Charts. 

    Bei Platten vor Gericht sind bisher folgende Wertungen für The Head And The Heart verbucht: „The Head And The Heart“ (7,233 Punkte; 2011), „Let's Be Still“ (7,25 Punkte; 2013) und „Signs Of Light“ (6,75 Punkte; 2016). Wie wird „Living Mirage“ nun abschneiden?




    Von sacht-gezupften und sanft-angeschlagenen Gitarren haben The Head And The Heart ihre Kompositionen auf Tasteninstrumente verlagert, immer wieder klingen Synthies und Orgeln durch, die Hauptarbeit leistet aber das Klavier. Eine ihnen eigene musikalische Sprache hat die Band schon mit "Signs of light" aufgegeben, stattdessen eignen sie sich verschiedene andere Band-Sounds an. In "Honeybee" erinnern sie an Lukas Graham, "Running through hell" klingt wie ein Cover eines The-War-On-Drugs-Songs und mit dem selben überbordenden Esprit, den einst Fun. an den Tag legten, singt Sänger Jonathan Russell in "I found out": "I found out it's not the love that's in your mind / It's the love that you might find / It's gonna save our lives." Beim Hören sieht man vor dem inneren Auge schon die mitgrölenden Fans bei Konzerten der Band und erwischt sich beschämt sogar selber beim Mitsummen.
    (Plattentests)




    Als absolutes Highlight des Albums entpuppt sich „Running Through Hell“, das wie kein anderer Song des Albums in der amerikanischen Songwriter-Tradition der Seventies, aber mit beiden Beinen exakt im Hier und Jetzt steht. Auch das geschmeidige, mit viel Pop-Appeal ausgestattete, hymnische „Up Against The Wall“, das an die besten Zeiten von Stevie Nicks erinnernde „I Found Out“ sowie der ekstatische Titeltrack „Living Mirage“ zünden beim ersten Hördurchgang, Ein Neuanfang für The Head And The Heart wie er intensiver nicht hätte ausfallen können.
    (Sounds and Books)





  • 3 Kommentare:

    Olly Golightly hat gesagt…

    6 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    5 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Schon ziemlich poppig. Knapp 6 Punkte

    Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)