Intergalactic Lovers - Exhale



















Die Übersehenen (VII) - Unterkategorie: GHvC-Spezial

Im letzten Sommer sahen wir die Intergalactic Lovers beim tollen A Summer’s Tale Festival. Es war nur ein Teil der Band angereist und Sängerin Lara Chedraouis war mit den Umständen auch gar nicht zufrieden, denn es stellte sich heraus, dass sie nicht auf einer Bühne spielen sollten und im offiziellen Zeitplan auftauchten, sondern vermutlich nur als „Notnagel“ engagiert worden waren und, da keine andere Band ausfiel, sich nachmittags auf dem Festivalgelände ein Plätzchen suchen mussten, um vor ca. 25 Zuschauern unverstärkt einige akustische Songs vorzutragen. Zumindest wir waren aber mit den dargebotenen Liedern und dem kurzen Auftritt zufrieden. 

Ob auch Lieder aus ihrem dritten Album „Exhale“ gespielt wurden, kann ich im Nachhinein nicht sagen, denn zu unterschiedlich klingen die Belgier in voller Bandbesetzung. Gemeinsam mit ihrem Produzenten Gil Norton (Pixies, Maximo Park, Jimmy Eat World) wurde ihr Indiepop („Talk! Talk!“, „Rivers“) ein wenig in Richtung New Wave und Post-Punk („Between The Lines“, „Give It Up“) verschoben. Das hohe Niveau der ersten fünf Songs können die Intergalactic Lovers im weiteren Verlauf nicht ganz halten, dennoch ist „Exhale“ Freunden von Metric oder Blondie zu empfehlen.




Ein Zugewinn für die belgischen Musiker, denn schon die erste Single Between The Lines ebnet den Weg zur vollkommenen Verschmelzung des Post-Punks, wie man ihn von The Cure oder Interpol kennt. Immer mittendrin, Lara Chedraoui und ihre aussagekräftige Stimme. Diese macht sich auch in den Titeln Give It Up und Fears bemerkbar, die ohne dieses liebenswürdige Organ einiges an ihrem charmanten Charakter einbüßen würden. Und auch musikalisch bewegten sie sich nach vorne. Während bei vielen Bands keine große Sprünge mehr zu erwarten sind, schütteln sie doch noch den ein oder anderen Ohrwurm, wie in Talk!Talk! oder Ego Wars aus den Ärmeln.Exhale ist durchaus abwechslungsreich und vielschichtig. Hin und wieder etwas vorhersehbar, was die Qualität jedoch nicht mindert. Wer die Band also noch nicht auf dem Schirm hatte, sollte dies schnell nachholen, denn eines ist sicher: Intergalactic Lovers ist definitiv eine gute Wahl.(Bedroomdisco)


Eröffnet wird das Album gleich mit der aktuellen Single-Auskopplung „Between The Lines“, einem griffigen Indie-Pop-Song mit britischem Flair und schöner Hookline-Melodie, die sich nicht etwa der Radiokultur anbiedert, sondern eine sehr eigenständige Pop-Kultur entwickelt. Schon hier spürt man, genauso wie im Verlaufe des gesamten Albums, den britischen Einfluss, der auf belgische Musik-Kreativität trifft. Und dass es, wenn es um Beziehungsprobleme geht, auch richtig hart zur Sache gehen kann, beweist „Ego Wars“ mit solch beeindruckender Textzeile: „To learn how to love again, got to kill your ego“, während das faszinierende „Fears“ mit einer allseits durch SIMON & GARFUNKEL bekannten Textzeile: „Hello darkness my old friend“ zur kleinen Hymne wird.(musikreviews)





Kommentare:

Jörg hat gesagt…

Schön: 7,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Sie hätten die Bühne verdient. 7,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Da schließe ich mich gern an. 7,5 Punkte

Anonym hat gesagt…

Habe sie zweimal live erleben können: Brilliant!