• Kraków Loves Adana - Call Yourself New



















    Die Übersehenen (I)

    In den letzten Tagen des Jahres kann noch ein Blick auf Alben geworfen werden, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Das Durchwühlen des Stapels der übersehenen und unberücksichtigten Platten förderte den dritten Longplayer des Duos Kraków Loves Adana zu Tage. 
    Deniz Cicek und Robert Heitmann verließen ihr Label und gründeten ihr eigenes namens Better Call Rob und stellten sich auch hinsichtlich ihrer Aufgabenverteilung neu auf: Während sich Robert um das Administrative kümmerte (Label), konzentrierte sich Deniz allein aufs Songwriting.
    Bisher standen die Wahl-Hamburger nur mit ihrem Debüt „Beauty“ (2010) vor Gericht, konnten mich aber nicht richtig überzeugen, so dass ich den Nachfolger „Interview“ (2012) auch nicht weiter beachtete. Glücklicherweise ist mir dies bei „Call Yourself New“ nicht passiert, wie folgende Videos und Kritiken unterstreichen. 

    Am 6. April 2018werden Kraków Loves Adana bereits ihr viertes Album „Songs After The Blue“ veröffentlichen - dies ist auch als Vorladung zu verstehen.




    Der Sound des Hamburger Duos ist freilich immer noch hochklassig: Über den schummrigen Synthie- und Dream-Pop-Stücken, die klanglich und in ihren Arrangements den mächtigen The xx nahestehen, thront wie ein düsterer Engel mit ungeheurer Flügelspannweite das tief-dunkle Timbre Ciceks, das dem zurückgezogenen Spuk der Sounds von Krakow Loves Adana eine äußerst konkrete große Präsenz verleiht. So mäandert »Call Yourself New« in keiner künstlichen Zwischenwelt, sondern greift abermals gekonnt in die Schnittstelle zwischen Dancefloor und Wohnzimmer. Das ist für dieses Duo alles andere als neu, aber weiterhin hochklassig.(intro)




    Die zehn Stücke entpuppen sich als homogenes Gesamtgebilde. Der Infozettel bezeichnet das Ganze als Dream-Pop, was für mich aber nicht so richtig zu passen scheint. Gerade der Einfluss von Filmen und Serien auf das Songwriting gibt dem Album eher einen Avantgarde-Anspruch, ohne Avantgarde zu sein. Und die Stimme? Die Stimme passt spätestens bei der B-Seite perfekt zum warmen Klang des Vinyls.Es ist eine persönliche Platte und es ist ein Neuanfang für die Band, die sich von ihrem alten Label getrennt hat. Es ist aber auch eine perfekte Platte. Perfekt um neu zu starten. Perfekt um an dunklen und kalten Winter- bzw. Frühjahrs-Nächten auf dem Sofa zu sitzen, um einfach nur zuzuhören. Perfekt um sich als Musikjournalist noch mal daran zu erinnern, dass man manchmal nicht auf den Namen, sondern das Bauchgefühl hören sollte.(Crazewire)




    Ein fulminanter Start, denn diese Platte ist eine kleine Offenbarung. Langsame, gefühlvolle und irgendwie aus der Zeit gefallene Musik, die schnell einen Sog entfaltet, dem man sich nur entziehen kann, wenn draußen die Sonne scheint.Die warme Instrumentierung steckt voller Details und bildet das perfekte Fundament für das einnehmende, dunkle Timbre von Cicek. Anfänglich war mir ihre Stimme in manchen Passagen zu aufdringlich, aber mit der Zeit relativierte sich dieser Eindruck.Denn von dieser Stimme geht die Faszination aus, die dieses Album zu etwas Besonderem macht. Ihre Gesangslinien sind durchzogen von Wehmut, Melancholie, Hoffnung, Verzweiflung und Liebe.Call Yourself New ist ein berührendes und hochklassiges Album.(Nicorola)



  • 2 Kommentare:

    Dirk hat gesagt…

    Schön düster. 7,5 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    "Schön düster" lockte mich an. Auch von mir 7,5 Punkte.

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)