• Dillon - Kind



















    Ob alles mit dem 3. Kind einfacher wird? Bei Dillon und ihren Alben scheint dies der Fall zu denn, denn der Vorgänger „The Unknown“ soll eine schwere Geburt gewesen sein. Die Brasilianerin, die in Köln aufgewachsen ist und nun in Berlin lebt, hält zwar ihren dreijährigen Veröffentlichungs-Rhythmus und die Zusammenarbeit mit Tamer Fahri Özgönenc bei, beweist aber auf „Kind“ ihren Mut zu Veränderungen: Der Opener „Kind“ ist ein Duett mit Dirk von Lowtzow (Tocotronic), „Stem & Leaf“ sowie „Regular Movement“ verschmelzen auf wunderbare Weise Bläser und Elektronik, „The Present“ wird a capella vorgetragen, „Te Procuro“ klingt nach Spontanaufnahme ohne zusätzliche Produktion und wird auf Portugiesisch gesungen und auf „Lullaby“, das so zerbrechlich wirkt, als würde es aus „Vespertine“, dem besten Album von Björk stammen, verstreut sie deutsche Textzeilen („Schlaf ein“) so wie der Sandmann seinen Schlafsand. Ach, würde Björk doch mal wieder so ein überzeugendes Album gelingen!




    Die restlichen Arrangements sind wesentlich durchproduzierter, auch wenn sie einem minimalistischen Ansatz verschrieben bleiben. Das gilt vor allem für den mit Dirk von Lowtzow eingehauchten Opener. Wie dieser präsentiert auch „Stem & Leaf“ düstere Bläser, während das polyglotte „Lullaby“ mit Percussion spielt und skelettierte Electronica in Stücken wie „Contact Us“ Clubmusik andeutet. „If you don’t dance, I don’t sing“, betont Dillon hier. Auf Kind macht sie eine sublime Entwicklung durch: Am Ende behauptet sie sich im zweiten Teil des Titelstücks gegen stampfende Drums und technoid geschichtete Synthie-Loops. Angst vor dem eigenen Scheitern muss Dillon dabei nicht mehr haben. Wer sie jetzt noch als Epigonin von Lykke Li abtut, hat einfach nicht richtig zugehört.(Spex)


    Alles beginnt im Opener und Titelstück mit der Frage „How tall will I grow?“, auf die Dirk von Lowtzow antwortet: „Only time will know.“ Im nächsten Song wird die zarte Pflanzenknolle, in der Dillon ihre Erzählung verdichtet, schon „Stem & Leaf“ haben. Und ganz am Ende wird „Kind“ in einer zweiten Version wiederkehren: diesmal nicht zögernd und tastend, sondern laut und mit wirbelnden Technobeats. Auf dem Weg dahin macht Dillon musikalisch da weiter, wo sie zuletzt auf THE UNKNOWN aufgehört hatte: Mit einer Stimme, über die DJ Koze mal zu Recht gesagt hat, sie sei „angenehm unperfekt und wahrhaftig“, singt sie ihre am Klavier entwickelten Popballaden, die auf nüchterne und zugleich rührende Weise Trost in der elektronischen Abstraktion suchen. (musikexpress)


    Dillon unterwegs:
    8.02.2018 Leipzig, Täubchenthal
    02.03.2018 Hamburg, Mojo Club
    07.03.2018 Köln, Gloria
    09.03.2018 München, Technikum


  • 5 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…

    7,5 Punkte

    Ole Pappert hat gesagt…

    Besser als der Vorgänger 8 Punkte

    Olly Golightly hat gesagt…

    6,5 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Das bisher stärkste Album von Dillon. 8,5 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    So war das Konzert von Dillon in Köln.

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)