Broken Social Scene - Hug of thunder






















Ermittlung gegen große Organisationen benötigen Zeit. Daher erscheint diese musikalische Vereinigung erst mit ihrem fünften Machwerk vor diesem Gericht.

Sage und schreibe 18 (oder doch "nur" 16?)Musiker haben an den Aufnahmen zum aktuellen Broken Social Scene-Album "Hug of thunder" beigetragen. Unter ihnen sind solch erfolgreiche Musiker wie Leslie Feist, die erstmals seit dem Jahr 2006 wieder Lead Vocals beisteuerte (zum Titelsong) und Emily Haines, die den "Protest song" klar prägt. Das kanadische Bandkollektiv hat direkte Verbindungen zu Metric, Feist, Stars, Apostle of Hustle, Do Make Say Think, KC Accidental, Valley of the Giants, Land of Talk, Kevin Drew, Emily Haines, Amy Millan, Brendan Canning und Jason Collett (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). 

Als "Schafshirten" der Band gelten Kevin Drew und Brendan Canning. Die gründeten Broken Social Scene im Jahr 1999 und veröffentlichten 2001 das Debüt "Feel good lost". Über die Jahre wurde die Anzahl der musikalischen Weggefährten größer und die Intervalle zwischen den Albumveröffentlichungen länger. Zwischen dem Vorgänger "Forgiveness rock record" und "Hug of thunder" vergingen sieben Jahre. Drews und Cannings Leistung kann man m. E. gar nicht hoch genug bewerten: Trotz der großen Anzahl Beteiligter ist "Hug of thunder" zu keinem Zeitpunkt zerrissen oder überladen. Das wirkt nicht, als würden sich Musiker um den Platz im Rampenlicht prügeln sondern wir eine Gruppe von Freunden, die beim Klassentreffen friedlich das Mikrophon (und die weiteren Instrumente) im Kreis wandern lassen. Opulente Orchester-Teppiche wechseln sich ab mit ruhigen Kammerpop-Momenten und soliden Indierock. 

Besonders gut gefallen mir "Halfway home", "Protest song" und "Vanity pail kids". 

"Hug of thunder":


Aktuell sind keine Konzerte außerhalb des Heimatkontinents der Band geplant. Wenn die Koordination für die Produktion eines Albums wegen der zahlreichen Mitglieder schon anspruchsvoll ist, möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie die Organisation einer internationalen Tournee laufen würde.

Spex.de [meint das Kollektiv, trifft aber auch auf das Album zu]:
Das  ist zwar manchmal schon etwas hymnen- und hippiehaft, dann aber auch wieder fast subversiv, zumindest ganz und gar nicht naiv. Sondern empathisch gegen den Strom all der schlechten Nachrichten: Nehmt den Populisten also die people wieder weg! Broken Social Scene jedenfalls flankieren das mit einem sehr energetischen, sommerlichen Protestalbum gegen Resignation und Depression.

Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Da gefallen mir die Alben von Feist, Stars und Emily Haines besser. 6 Punkte

Jörg hat gesagt…

6,5 Punkte