Gisbert zu Knyphausen - Hurra! Hurra! So nicht.



















Dieses Jahr nicht im Line-Up, aber im Forum des Haldern Festivals immer wieder zu Recht gefordert: Gisbert zu Knyphausen, dessen zweites Album dieser Tage veröffentlicht wurde.
"Hurra! Hurra! So nicht." knüpft dort an, wo das Debüt vor 2 Jahren aufhörte, also an melancholischen Singer/Songwriter-Pop zwischen Kettcar, Element of Crime und Reinhard Mey, dessen größte Stärke die Texte sind. Als Schwäche kristallisiert sich schnell heraus, dass die meisten Melodien nicht zwingend greifen (Ausnahme: "Melancholie").
Neue Klänge gibt es aber auch zu hören und vielleicht sind sie Tobias Levin (Tocotronic, Slut, Kante) zu verdanken, der das Album in seinem Electric Avenue Studio produzierte: So zum Beispiel wenn "Hey" von Lärmeruptionen unterbrochen wird wie weiland "My Iron Lung" oder wenn der Wahlhamburger am Ende von "Grau, Grau, Grau" die Gitarren in bester Blumfeld-Tradition kreischen lässt und dazu "Wir brauchen einen neuen Anfang!" wütet oder wenn ihn bei "Dreh dich nicht um" eine jazzige Trompete begleitet.





"Melancholie" Video

Trotz aller Melancholie gelingt es zu Knyphausen, nie verzweifelt oder depressiv zu klingen. Immer ist da auch ein Wille zum Aufbruch zu hören und die Erkenntnis, dass Trauer und Glück nur zwei Seiten einer Medaille sind: "Die Welt ist grässlich und wunderschön" heißt es dazu treffend in "Die Stille auf dem Rastplatz". Das mag eine simple Erkenntnis sein, doch nur wenige haben das so gut in Popsongs verpackt wie Gisbert zu Knyphausen auf "Hurra! Hurra! So nicht!". Und das macht dieses Album absolut empfehlenswert.
(ard.de)


Bei Gisbert ist die Welt stets "grässlich und wunderschön" zugleich. Kaum ein deutscher Künstler, der diese Alltags-Dialektik zurzeit in so treffende Worte zu gießen vermag wie der gebürtige Hesse. Zwei, drei Ohrwürmer mehr hätten der neuen Platte trotz alledem gut zu Gesicht gestanden. Stücke in der Art des tollen "Sommertag" vom 2008er Debütalbum.
Dafür schenkt uns Herr zu Knyphausen eine der schönsten Textpassagen des Jahres, seine ganze persönliche Abrechnung mit eben jenem Seelenzustand, dem er offensichtlich viel zu verdanken hat: "Fick dich ins Knie Melancholie, du kriegst mich nie klein", heißt es nach gut zwei Drittel des Albums. "Was hast du der Menschheit jemals Gutes gebracht"? Eine Frage, die zumindest bei uns, den Rezipienten seiner zweiten Platte, nur eine Antwort zulässt: Gisbert zu Knyphausen!
(laut.de)


Gisbert zu Knyphausen mit Band unterwegs:

15.05.2010 Karlsruhe, Tollhaus
17.05.2010 Saarbrücken, Sparte 4
18.05.2010 Aarau, Kiff
19.05.2010 Basel, 1. Stock
20.05.2010 Dornbirn, Spielboden
21.05.2010 München, Ampere
22.05.2010 Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität
24.05.2010 Leipzig, Nato
25.05.2010 Düsseldorf, Forum Freies Theater
26.05.2010 Dresden, Societaetstheater
27.05.2010 Leipzig, Nato
08.07.2010 Hamburg, Übel & Gefährlich
09.07.2010 Hamburg, Übel & Gefährlich
02.09.2010 Braunschweig, Nexus

Kommentare:

noplace hat gesagt…

"Zwei, drei Ohrwürmer mehr hätten der neuen Platte trotz alledem gut zu Gesicht gestanden"

das denke ich auch.

Ingo hat gesagt…

Einen Tick besser als "nett". 7 Punkte

Volker hat gesagt…

Schließe mich an

7

noplace hat gesagt…

ungefähr das gleiche wie bei den shout out louds.
6,5 Punkte

aXel hat gesagt…

7

Dirk hat gesagt…

„Hey“, „Kräne“ und „Melancholie“ gefallen, der Rest nicht so richtig.

6 Punkte

Dennis hat gesagt…

5 Punkte