Mitski - Nothing's About To Happen To Me


Die weiße Katze auf dem Plattencover der bekennenden Katzenliebhaberin Mitski könnte stellvertretend für deren Liebe zu Americana, Folk und Country stehen, die sie uns erstmals auf dem Vorgänger „The Land Is Inhospitable And So Are We“ (2023) vollumfänglich zeigte und die auch hier in vielen Songs zu hören ist („Cats“). Klappt man die Plattenhülle von „Nothing's About To Happen To Me“ auf, so wird die sich im Sprung befindliche orangefarbene Katze wesentlich präsenter und möglicherweise symbolisiert diese Mitskis Attacken auf die eigenen Songs, denn diese werden häufig durch raueren Rock-Sound mit Fuzz-Gitarren („If I Leave“, „Lightning“) oder orchestralen Einschüben - teils Streicher („Dead Women“), teils Bläser („Rules“) - überwältigt. 


Das Artwork stammt übrigens vom Künstler Marc Burckhardt, der bekannt für seinen historisierenden Stil ist, der oft an die flämische Malerei der Renaissance oder viktorianische Porträts erinnert. Er nutzt traditionelle Techniken (wie Tempera und Öl auf Holzpaneelen), was dem Cover diese besondere, fast antike Textur verleiht.

Nothing's About To Happen To Me“ ist die konsequente Fortführung von „The Land Is Inhospitable And So Are We“ und wurde dementsprechend mit ihrer siebenköpfigen The Land Band eingespielt und erneut von Patrick Hyland produziert. Auch hinsichtlich der Begeisterung bei den Kritikern kann das achte Album von Mitski an den Vorgänger heranreichen (87/100 Punkten im Vergleich zu einem Metascore von 90/100). 

„Nothing's About To Happen To Me“ ist als CD, Kassette und LP (Black Vinyl, Lilac Vinyl, Transy Yellow Vinyl, Orange Tabby Vinyl, Gold Cat Eye Vinyl, Blue Cat Eye Vinyl) erhältlich. 


  


Doch bevor Mitski von Selbstmordversuchen singt und ihren Tod durch die Hand des Liebsten imaginiert, erleben wir ein (trügerisches) Idyll: Zu Banjos und Akkordeon gesteht die Sängerin, sie könne niemals in einer kleinen Stadt leben, weil ihr da ihre Fehler ständig wiederbegegnen würden, in der Metropole dagegen könne man die alten Wege meiden und sich neu erfinden. Und dann sind wir zu schreienden Gitarren schon mitten im Albtraum des Städtebewohners – Mitski kann ihr Telefon nicht finden.

Das bleibt der einzige Ausbruch urbaner Aufgekratztheit, wenngleich das treibende „That White Cat“ immer kurz davorsteht, dann aber in einen jenseitigen Chor zurückfällt und ebenso wie „If I Leave“ und „Lightning“ Spuren von Grunge trägt. Meist geht es wieder countryesk zu, der zum Sterben schöne Torch Song „I’ll Change For You“ verlässt die ästhetische Scheune kurz für eine poshe Bar, „Charon’s Obol“, das hymnische Glanzstück (und der einzige Song mit dog content), spielt in einem verwunschenen Haus.




0 Comments:

Kommentar veröffentlichen

Designed by OddThemes | Distributed by Gooyaabi