Maria Taylor - Story’s End


Maria Taylor hat seit ihrem letzten Album, dessen Veröffentlichung bereits sieben Jahre zurück liegt, ihre Verbindungen zu Bright Eyes wieder intensiviert. (auch wenn ich nicht weiß, ob sie wieder Conor Oberst dated). So war sie in die Entstehung der Companion-Serie involviert, die Bright Eyes 2022 und 2023 zu allen ihren Studioalben veröffentlichten. Außerdem ging sie anschließend mit der Band als deren Schlagzeugerin auf Tour. 

Da wundert es nicht, dass Conor Oberst (Gesang bei „Sorry I Was Yours“), Mike Mogis (diverser elektronische Gerätschaften bei sieben Songs) und Nate Walcott (Streicherarrangements von vier Liedern) sich auch mit Gastbeträgen auf ihrem neuen Album verewigten. Passender Weise erschien „Story’s End“ als eine der ersten Veröffentlichungen auf dem 2024 von Conor Oberst gegründeten Label Million Stars Records (Black Vinyl, Cats Eye Colored Vinyl, Emerald Colored Vinyl).

Ansonsten zeigt Maria Taylor auf „Story’s End“ das ganze Spektrum ihres Schaffens: Es gibt verträumten, Streicher durchtränkten Folkpop („Story’s End“, „Powerlines“, „Nathaniel“), Folk-Momente mit sanft säuselnden Flötentönen („Be Careful What You Want“) oder an der Nahtstelle zum Country („Everything Is Fine (My Loves)“), cineastischen, beschwingten Indiepop („Shades Of Blue“, „Never Thought I’d Feel New“), mit „Tricky“ einen aufgrund seiner Beats (und nicht nur seines Titels wegen) an Trip Hop gemahnenden Song sowie am Ende eher unerwartet gitarrigen Indierock („Change Is Coming Soon (Green Butterfly Sequel)“).

Die lange Wartezeit hat sich gelohnt, „Story’s End“ könnte das bisher stärkste Soloalben der einen Hälfte von Azure Ray sein.


Die Songs selbst versinken dabei weder in Wehmut noch etwa verpuffen sie in hedonistischer Belanglosigkeit. Die Balance zwischen Düsternis, Melancholie, Empowerment, Hoffnung und Akzeptanz ist dabei ausschlaggebend. Während die Up-Tempo-Tracks wie „Shades Of Blue“ oder „Never Thought I’d Feel New“ von einem eher kämpferisch/trotzigen Drive getragen werden, tendieren die balladesken Nummern wie „Story’s End“ oder „Sorry I Was Yours“ (bei dem Conor Oberst als Duettpartner fungiert) eher zur melancholisch/nachdenklichen Seite. Eine genaue Trennlinie gibt es indes nicht – und so gehören die Tracks, die (auch musikalisch) keiner bestimmten Gemütslage eindeutig zugeordnet werden können – beispielsweise „Tricky“ oder „Powerline“ – zu den interessantesten des Albums. Bestes Beispiel dafür ist der abschließende Track „Change Is Coming Soon“, der als fast schon lamentöse Ballade beginnt, dann aber auf halbem Wege zu einer fast schon stürmischen Hymne aufblüht und die eigentlich positive Botschaft des Songs (und des ganzen Albums) dann mit einem ermunternden Gitarrensolo entsprechend überzeugend markiert.


 


 




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