Als ich mich als Teenager erstmals für Pop-Musik zu interessieren begann, war „Hymn“ von Ultravox eines meiner liebsten Lieder. Meine Eltern kauften - vermutlich mir zuliebe dann auch irgendwann einen Sampler auf dem beispielsweise auch „Do You Really Want To Hurt Me“ von Culture Club zu finden war. Ähnlich gut gefiel mir etwas später „Dancing With Tears In My Eyes“, so dass Ende 1984 auch „The Collection“ den weg in den Plattenschrank meiner Eltern fand, wodurch ich auch andere Hits von Ultravox kennenlernen konnte.
1985 kaufte ich mir zunächst die Single „If I Was“ von Midge Ure und anschließend das dazugehörige Album „The Gift“, das mir gut gefiel, auch wenn es nicht die Hit-Dichte der Best of von Ultravox hatte und ich mit den zahlreichen Instrumentals eher wenig anfangen konnte.
Danach verlor ich Midge Ure und Ultravox etwas aus den Augen (und Ohren). Erst während der COVID-19 Pandemie nutzte ich die Zeit, um mich tiefer in das Werk von Ultravox einzuarbeiten und mit deren LPs zuzulegen.
Wie toll, dass ich 2022 die Gelegenheit hatte, Midge Ure mit einem Best of-Set (von „If I Was“ über „Fade To Grey“ und „Hymns“ bis zu „Viennea“ nur leider ohne „Dancing With Tears In My Eyes“) live zu sehen. Immerhin stand Ure damals schon kurz vor seinem 70. Geburtstag.
Irgendwann las ich auch, dass er, dessen letztes Soloalbum 2014 erschienen war, vorhabe ein neues Album zu veröffentlichen - ausschließlich mit Instrumental-Musik, da dies sein Steckpferd während der Pandemie war, als ich zuhause verstärkt Ultravox auflegte. Nach meinen Erfahrungen mit „The Gift“ hielt sich meine Begeisterung ob dieser Idee in Grenzen.
Nun liegt „A Man Of Two Worlds“ vor und offensichtlich hatte Midge Ure ein Einsehen mit mir, denn nach acht besinnlichen, melancholischen und vor allem cineastischen Liedern ohne Gesang, die er „World One. Music“ nennt und mich an Craig Armstrong oder Vangelis erinnern, folgen acht weitere Lieder mit Gesang.
Auf „World Two: Songs“ zeigt Midge Ure, dass er noch immer so tolle Refrains schreiben kann wie in den 80er Jahren („Just Words“), dass sein nostalgischer Synthpop ziemlich nach Ultravox klingen kann („World Away“, „Caught In The Middle“) und das der Mann, dem bei Band Aid und Live Aid eine tragende Rolle zukam, in seinen texten noch immer politisch und gesellschaftlich Stellung beziehen kann („Just Words“, „Shouting To The Moon“).
„A Man Of Two Worlds“ ist als 2CD oder 2LP (black Vinyl, clear Vinyl) erhältlich.

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