Brigitte Calls Me Baby - Irreversible


Welchen Stellenwert Morrissey hier einst inne hatte, lässt sich vielleicht auch daran zeigen, dass die The Smiths-Epigonen Brigitte Calls Me Baby mit ihrem Debütalbum vor zwei Jahren stolze 8,300 Punkte und damit Platz 4 bei Platten vor Gericht erreichten.

„Irreversible“ erscheint nun 19 Monate nach „The Future Is Our Way Out“ und braucht den direkten Vergleich nicht zu scheuen. Natürlich hört man die stimmlichen Manierismen eines Morrissey („There Always“) und das Gitarrenspiel von Johnny Marr („The Early Days Of Love“) weiterhin häufig heraus, aber insgesamt ist die Mischung aus 80ies Touch (nicht nur auf dem Coverfoto), New Wave und Indierock druckvoller geraten als beim Debüt. Einen Song wie „Slumber Party“ sucht man auf „Make-Up Is A Lie“ leider vergebens, auch wenn der Janglepop-Anteil sowie der Roy Orbison-Schmelz („I Can’t Have You All To Myself“) im Vergleich zum Debüt etwas zurückgefahren wurden.
„Truth Is Stranger Than Fiction“ klingt nach gitarrigen The Killers und das elektronischer aufgestellte „These Acts Of Which We’re Designed“ lässt an New Order denken.

Irreversible“ ist als CD und LP (white Vinyl, blue and clear split Vinyl) erhältlich.


Musikalisch geht das Quintett von einer Basis von 80er-Klängen (Post-Punk, New Wave, New Romanticism) aus, deren Instrumenten zwischen Klarheit und Hall pendeln. Von dort aus werden die Band-Arme oktopusartig in verschiedene Richtungen ausgestreckt. Bei der rockigen Vorab-Single „Slumber Party“ darf die Gitarre schrammeln wie bei einer New Yorker Indie-Band aus den 00er Jahren. „I Danced With…“ umarmt The Cure so doll, dass die Schminke verschmiert. Bei „These Acts Of…“ verweben sich Synthesizer und Gitarren zu einer dunklen Decke wie bei den White Lies. Und bei „I Can Take The Sun Out Of Sky“ stellt sich passenderweise eine ungekannte, sonnige Lockerheit ein.
Der bestehenden Fanbase geben Brigitte Calls Me Baby mit „Irreversible“ neues Futter, das aber genug Punch um Ambition hat, um neue Anhänger*innen zu gewinnen. Die großen Hallen sind nicht mehr weit.


 


 




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