The Bluetones - Atlas


Noch eine Britpop Band aus den 90ern hinterher: Den gestern vorgestellten The Boo Radleys gelang 1995 zum einzigen Mal mit einem Album an die Spitze der UK Charts zu gelangen („Wake Up!“), ein Jahr später kamen The Bluetones zu ihrem einzigen Nummer-Eins-Album („Expecting To Fly“).

Auch The Bluetones lösten sich irgendwann aufgrund des ausbleibenden Erfolgs auf, aber sie kamen deutlich schneller als The Boo Radleys, die für 22 Jahre von der Bildfläche verschwanden, zurück - und das in der Originalbesetzung. 

2011 gaben The Bluetones ihr Aus bekannt, 2015 gab es die Reunion von Scott Morriss, Adam Devlin, Mark Morriss und Eds Chesters. So konnte ich sie 2016 mit einem feinen Best of-Set im Londoner Roundhouse sehen. Anders als bei The Boo Radleys, die in den letzten fünf Jahren drei neue Platten veröffentlichten - kamen sie aber ohne neues Album daher. Bisher.

Dies hat sich nun geändert, also irgendwie, denn „Atlas“ ist eine Zusammenstellung von drei EPs („Drive Thru“, „In The Cut“ und „London Weekend Television“), die The Bluetones 2024 und 2025 veröffentlichten. Dabei wurde die Reihenfolge der insgesamt 9 Songs kräftig durcheinander gewürfelt und an zehnter Stelle das bisher unveröffentlichte „Lux Interior“ hinzugefügt.

Tatsächlich ist es dieses Anhängsel, das am wenigsten begeistern kann. Nahezu alle anderen Titel auf „Atlas“ können überzeugen, sei es das rockigste Lied des Albums, „London Weekend Television“, „Go Slow“, das seinem Namen alle Ehre macht oder „Cheap Hotel“ und „In The Cut“, die jeweils mit ihrer feinen Corda überraschen. „The Aristocrats“ hätte auch in der Blütezeit der Bluetones ein Single-Kandidat sein können und „Madeleine“ hätte sich prima auf „Expecting To Fly“, ihrem besten Album, eingefügt.

„Atlas“ ist als CD und LP (Black Vinyl, Blue Vinyl) erhältlich.


 


 


 




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