• We Invented Paris - Catastrophe






















    “Neulich auf Volkers Couch beim Anhören des neuen We Invented Paris-Albums”

    Ingo: Kommt Volker noch?
    Dirk: Nein.

    1. Looking Back

    Ingo: Ich kann mich an ihr letztes Album nicht erinnern.
    Oliver: Ich auch nicht wirklich, obwohl ich es mitfinanziert habe.
    Dirk: Das klingt, als wäre es ein ganz frühes Album, ca. 1986. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade eben 80er Musik gehört und aus Versehen Climie Fisher oder Johnny Hates Jazz angemacht habe?
    Ingo: Sehr poppig. Synthielastig.
    Oliver: Ja, poppig und 1986. Das verbinde ich aber leider nicht mit We Invented Paris.
    Ingo: Der “Free falling”-Refrain gefällt mir. Könnte zu Miami Vice laufen.
    Dirk: Hätte vor 30 Jahren ein Hit werden können. Aber es gibt ein sehenswertes Video:



    2. Fuss

    Ingo: Die kommen aus der Schweiz. Meinen die den “Fuß”? ;-)
    Oliver: Am Fuss des Mont Blanc.
    Dirk: Du erinnerst dich doch an das letzte Album! So hieß der erste Song.
    Ingo: Etwas weniger belanglos als der erste Titel.
    Dirk: Mit Level 42-Bass kann ich kein Lied gut finden.
    Oliver: Climie Fisher, Level 42, was kommt noch?
    Ingo: Sehr ähnliche Gitarren im Refrain wie im ersten Song. Vielleicht ist die Musik der 80er nun in der Schweiz angekommen? Mir gefällt der Titel.
    Dirk: Im Pressetext steht, dass die Akustikgitarre durch die Keytar ausgetauscht wurde, also so ein Umhängekeyboard. Ich ahne schon, was das bedeutet….
    Ingo: Leihgabe von Modern Talking?

    3. Kaleidoscope

    Ingo: “Out there in the dark, hunting?” Welche Tiere jagt man mit 80er Musik? “I don’t wanna lose you”... mich fangen sie so nicht. Was ist mit Euch? Geschockt?
    Dirk: Wieder sehr eingängig, aber ganz anders als die ersten beiden Alben.
    Oliver: Wäre das 2011 im Radio gelaufen, hätte es 1. ganz gut dahin gepasst und 2. mich nicht so begeistert wie damals zu Beispiel “Boheme” von ihrem ersten Album (weiß allerdings nicht, ob das jemals im Radio lief).
    Ingo: Das ist mir nun wirklich etwas zu viel. Oh, noch eine schreiende Gitarre. Wäre auf einer Bravo-Hits damals nicht aufgefallen.
    Dirk: Ein Gitarrensolo ab Minute 4. Das passt überhaupt nicht da rein. Hat da jemand eine Wette verloren?
    Oliver: Haha, aber auch total 80er.



    4. High Tide

    Ingo:  Auch textlich sehr flach, zumindest der Anfang.
    Oliver: Also low tide?
    Ingo: Definitiv keine “high five”. Volker, wir bräuchten hier mal den Pop-Fürsprecher.
    Dirk: Wem ist wohl eingefallen, dass man ein Lied mit dem Titel “High Tide” mit Möwengeschrei unterlegen könnte? Gleich kommt noch ein Lied, das “Storm” heißt...
    Oliver: Den Schweizern!
    Ingo: Bekannt für die Gezeiten und Häfen. Zum Ende hin entwickelte sich bislang jeder Song in eine sehr bedenkliche Richtung, oder? “No winner without a loser, no captain without a cruiser.” Auweia. Zumindest passen Text und Musik zueinander.

    5. Air Raid Shelter

    Dirk: Das fängt zumindest einmal mit der in die Ecke gestellten Akustikgitarre an.
    Oliver: Den Song könnte ich mir etwas abgespeckt ganz gut auf dem ersten Album vorstellen.
    Dirk: Ja, ohne diese Plastik-Beats.
    Ingo: Die Beats hinterlassen mich sprachlos.
    Dirk: “... (Sie) kreuzen spielerisch Handgemachtes mit programmierten Elementen” sagt der Promotext - das hören wir hier sehr gut, leider.
    Ingo: “Handgemacht” waren die Möwen, oder?
    Oliver: Den Song können die Schweizer mal zum Eurovision Song Contest schicken. Ich rufe für sie an!
    Dirk: Ich habe auch so ganz schlimme Helene Fischer-Fantasien. Also nur jetzt, beim Hören dieses Songs!


    6. Storm

    Ingo: Oh, da wird wieder ein Instrument gequält und das Ergebnis mit billigen Beats übertönt. Die eine Stelle erinnert mich an einen Placebo-Song.
    Dirk: Es wird schlimmer, oder?
    Ingo: Danke, Dirk. Du musstest es herausfordern. Da hast Du den Refrain.
    Oliver: Volker! Handclaps!
    Dirk: Ich muss wieder den Pressetext zitieren, weil ich annähernd sprachlos bin: “... tanzbare Klangwelten, die trotz des frischen elektronischeren Gewands immer noch deutlich nach We Invented Paris klingen”. We Invented Rummelplatz.
    Ingo: :-)
    Oliver: Erasure trifft Tokio Hotel.
    Ingo: “We are in this together now”... wer wollte das Album hören? Nun haben wir den Salat. Die Hälfte ist fast rum.

    7. Superlove

    Dirk: Endlich ist hier mal etwas super! Also, den Songtitel meine ich. Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt.
    Ingo: Die Musik ist so belanglos, dass ich auf die Texte höre. Das macht es nicht besser.
    Dirk: Ich habe gerade einmal nachgesehen: “We Invented Paris” (2011) kam auf 8,0 Punkte im Durchschnitt, “Rocket Spaceship Thing” (2014) auf 6,4….
    Ingo: 8 Punkte gibt es hierfür auch locker… also in der Summe.
    Oliver: Oh vorbei, ohne dass ich was beigesteuert habe… Ah, Punkte: Ich hatte 8,5 für’s Debüt und 5 für den Nachfolger… Keine rosigen Aussichten.


    8. Spiderman

    Ingo: Plumper Versuch, von dem Erfolg der Superhelden zu profitieren. “It’s time to pull the plug…” - das war es schon für ca. fünf Songs. Würde ich nicht so gemütlich mit euch hier sitzen, hätte ich die Platte schon gestoppt.
    Dirk: Jetzt wird es ein wenig funky und zielt auf die Disco ab.
    Oliver: Es geht scheinbar noch schlimmer, als man dachte...
    Ingo: Schlimmer als Judith Holofernes bei “A Summer’s Tale”.
    Dirk: Man könnte den Produzenten die Schuld in die Schuhe schieben - aber das sind die gleichen wie bei den ersten beiden Alben. Noch ein Gitarrensolo - also zwei verlorene Wetten.
    Ingo: Und ein richtig schlimmes Ende.

    9. Catastrophe

    Ingo: Ich habe so eine Idee, warum das Album nach diesem Titel benannt wurde.
    Oliver: Leider eine Steilvorlage...
    Dirk: Und ich hatte so gehofft, dass wir darauf nicht zurückgreifen müssen!
    Ingo: Also darauf haben sie es doch angelegt. Was? War da gerade was mit “Favourite song”?
    Dirk: Nicht von mir.
    Ingo: Oh, die Keytar.
    Dirk: Jetzt wird abgerockt und dazu pluckert die Videospielkonsole.

    Die aktuelle Tour ist übrigens auch nach dem Song benannt. Hier die Daten:
    • 05.10. Stuttgart
    • 06.10. Heidelberg
    • 07.10. Köln
    • 11.10. München
    • 12.10. Erlangen
    • 13.10. Hannover
    • 14.10. Dresden
    • 19.10. Berlin
    • 20.10. Hamburg
    • 21.10. Oldenburg
    10. Touriste

    Dirk: Noch 4 Lieder, dann haben wir es hinter uns. Bei Stereo Total singen sie doch auch französisch zu billigen Synthieklängen, oder?
    Oliver: Markus! Ich will Spaß!
    Ingo: Französisch? Plumper Versuch, sich bei dem frankophilen Richter einzuschmeicheln. Funktioniert es, Oliver?
    Oliver: Ihr habt Pop nicht verstanden. Super Song! Der Beste!
    Dirk: Flavian Graber hat angeblich 70 Songs geschrieben - 57 sollen schlechter sein?!
    Ingo: Apropos Holofernes, passt zu “Aurelie”. “Où est la sortie?” Hoffentlich nahe.
    Oliver: Ca plane pour moi.

    11. A Lake In The Morning

    Ingo: Ein unschuldiger Klavier zu Beginn. Bislang eine der besten Passagen. Kindergeschrei. Wahrscheinlich handgemacht.
    Dirk: Bitte keine Beats. Bitte keine Beats. Bitte keine Beats.
    Ingo: Der stärkste Song bislang.
    Dirk: 2 Minuten nur Klavier bislang, was für eine Wohltat.
    Ingo: Noch eine Minute, da kann nicht mehr viel schief gehen.
    Dirk: Ich will eine Unplugged-Version des Albums hören.
    Oliver: Une berceuse. Wieso kommen da noch zwei Lieder?
    Dirk: Hast du die nicht?
    Oliver: Doch, aber nach so einem Piano-Song kann man doch gut Schluss machen...
    Dirk: Die Frage hätte lauten müssen: Warum kamen davor so viele seltsame Lieder?

    12. When Did I Stop

    Ingo: Nicht früh genug. Auch hier denke ich kurz an Placebo.
    Dirk: Bitte keine Beats. Bitte keine Beats. Bitte keine Beats.
    Ingo: Für dieses Album sind die Beats harmlos. Ich bleibe bei meinem Placebo-Vergleich. Also ein Vergleich mit den schwächeren Placebo-Songs.
    Oliver: Stimmlich ab und zu nachvollziehbar. Ist mir noch nie so aufgefallen.
    Dirk: Ein Highlight jagt das nächste. Also ab Song 11.
    Ingo: Werden die Songs weniger schlimm oder haben wir unsere Erwartungshaltung angepasst?
    Dirk: Auf jeden Fall sind die Arrangements nicht mehr so fürchterlich.



    13. Arsonist

    Ingo: Ui, der Anfang lässt alle Hoffnungen auf ein versöhnliches Ende schwinden. Ich denke an Coldplay.
    Dirk: Coldplay, wie toll. Das man das noch einmal sagen kann...
    Oliver: Und zum Abschluss ein Feuerwerk, sozusagen. Passt ja auch zu Coldplay.

    Fazit:

    Ingo: Schön, dass es vorbei ist. Ich möchte das Album nicht noch einmal hören müssen. “A lake in the morning” und “When did I stop” sind die kleineren Übel. 

    Oliver: So wie Ingo ging es mir nach dem zweiten Album. Das werde ich jetzt aber nochmal nachholen, allein um einen Vergleich für die Punktevergabe zu haben. Das neue Album ist gut produzierter Radio-Pop und wird seine Fans finden. Und auch die Konzertsäle werden (wie schon bei der letzten Tour noch selbst erlebt) wieder rappelvoll sein. Sie machen also alles richtig. Aus ihrer Perspektive zumindest.

    Dirk: Wenn man kräftig ausmistet, kommt eine hörbare EP heraus. Schade, das schwächste Album von We Invented Paris.
  • 2 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…

    5,5 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Siehe Albumtitel. 5 Punkte

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    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)