• Ásgeir - Afterglow



















    Island, zum Dritten

    Wenn man las Musiker in seiner Heimat das bestverkaufte Debütalbum vorweisen kann, dann darf man sich mit dem Nachfolger etwas Zeit lassen und das ein oder andere ändern. Zumindest sah das der Isländer Ásgeir Trausti Einarsson so.

    Das besagte Debütalbum „Dýrð í dauðaþögn“ liegt mittlerweile über vier Jahre zurück und erreichte 2012 Platz 1 in Island. Da die englischsprachige Version der Platte, „In The Silence“, die 2014 nachgereicht wurde, nicht nur in seiner Heimat auf Rang 2 der Charts kletterte, sondern auch Platz 8 in Australien erreichte und in vielen weiteren Ländern unter den Top 40 landen konnte, änderte Ásgeir das Konzept und verzichtete bei seinem zweiten Album auf eine isländische Fassung. 

    „Afterglow“ kommt aber auch musikalisch in einem deutlich elektronischeren Gewand daher, orientiert sich mehr an R&B, Soul, Folktronic und den letzten Veröffentlichungen von Bon Iver oder James Blake. Wir hören also viel Piano/Keyboards, Falsettgesang, Stimmverzerrer, polyrhythmische Percussions und Electrobeats. Die eingängigsten und zugänglichsten Pop-Songs wurden als Singles ausgewählt und mit Videos versehen. 
    Tatsächlich stellt aber der einzige Song in isländischer Sprache, „Hold“, mit seinen Piano- und Streicher-Arrangements sowie gesummtem Chorgesang mein Highlight der Platte dar. So hätten für mich gern mehr der Lieder klingen dürfen. 




    Warum Ásgeir solchen Wirbel entfachen kann, wird schnell klar auf AFTERGLOW. Er besitzt eine extrem geschmeidige Falsettstimme, mit der, wenn nicht viel schief läuft, in Zukunft relevante Aufnahmen von Beyoncé bis zu Bon Iver veredelt werden sollten. Oder er wird gleich selber Ásgeir Superstar: der durch die Türritzen des R’n’B huscht („Unbound“) und das gefühlige Lied zum Piano in den Bombast treibt („Here Comes The Wave In“). Wenn er ganz bei sich und dem Rumoren der Keyboards bleibt, erinnert das an Antony Hegarty. Es sind die schönsten Momente auf AFTERGLOW.(musikexpress)




    Zu sexy Downtempo-Beats und edel-dunklen Loops schmachtet Ásgeir mit gesenktem Blick, viel Melancholie und Eleganz seine Gedanken und Gefühle zwischen Resignation und Hoffnungsschimmern in die samtene Nacht und beweist dabei seine große kompositorische Klasse, die die hohe Messlatte, die »In The Silence« aufgelegt hatte, mühelos hält. Diesen Typ muss man 2017 mehr denn je auf dem Schirm haben.(intro)


    Ásgeir in Deutschland:
    20.10.17 Hamburg, Docks
    20.11.17 Berlin, Huxleys
    21.11.17 Leipzig, Werk 2
    22.11.17 München, Theaterfabrik


  • 2 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…


    7 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Ich lande bei 6 Punkten

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)