Blood Red Shoes - Fire Like This


















Haldern Pop (IX)

Ihre Live-Qualitäten brauchen die Blood Red Shoes nicht mehr unter Beweis zu stellen: Auf über 450 Shows in den letzten 6 Jahren, sowohl mit 3 Zuschauern in der Küche einer Wohnung als auch vor 30.000 im Vorprogramm von Rage Against The Machine, konnten sie sich beweisen.
Das galt für ihr Debütalbum "Box Of Secrets" hier bei Platten vor Gericht nur bedingt, denn die Wertungen lagen im Schnitt bei 6,8 Punkten. Kann "Fire Like This" dieses Ergebnis nun übertreffen?
Erneut drischt Steven Ansell auf sein Schlagzeug ein, bearbeitet Laura-Mary Carter wild bis ungestüm ihre Gitarren, so dass uns ein paar großartige Rock-Songs entgegen kommen ("Don't Ask", "Light It Up") - doch leider bleiben die Beiden ihrer Formel auch in der Hinsicht treu, dass nicht alle Tracks des Albums dieses hohe Niveau halten können. Neu ist, dass uns Carter auf "When We Wake" auch ihre sanfte Seite zeigt und dass sich das abschließende "Colours Fade" in ungewohnter Dauer von über 7 Minuten aufbauen und -türmen darf.
Beim Haldern Festival wird der Funke der Begeisterung sicher leicht überspringen, aber zündet "Fire Like This" auch bei euch auf Platte?





"Don't Ask" Video

Noch immer besteht eine starke Ähnlichkeit zu den Subways, noch immer ist der Sound ausgesucht rotzig, und noch immer löst der erste Hördurchgang tief empfundene Begeisterung aus. Der zweite auch. Und der dritte. Langeweile kommt da garantiert nicht auf, und getreu dem Motto "Nur wer brennt, kann andere entzünden" startet der Opener "Don't ask" mit einem Feuerwerk, das nur der Vorbote eines Großbrandes ist. "Light it up" ist dabei mehr als nur eine Aufforderung, sondern ein Befehl, dem die Instrumentierung aus pumpenden Drums und elektrisierender Gitarre unbedingten Nachdruck verleiht.

"Count me out" könnte sich zum Mitgröl-Klassiker auf Sommerfestivals entwickeln, während "One more empty chair" sich und den Hörern eine Achterbahnfahrt gönnt. Teilweise schwermütig, dann wieder wild zuckend, und im Refrain alles andere als introvertiert - das hätte einen gelungenen Abschluss für dieses Album abgegeben. Stattdessen schiebt das Duo noch "Colours fade" nach - den längsten Song von "Fire like this" und den einzigen, der auch wegen der Überlänge von sieben Minuten das Niveau nicht ganz halten kann. Mit hämmerndem Schlagzeug wird zwar eine gedrückte Atmosphäre aufgebaut, die aber auch nach mehreren Durchgängen nicht so recht überzeugen kann. Der Rest des Albums aber schafft genau dies spielend und lässt damit die ewigen Vergleiche mit den Subways endgültig vergessen. Denn im Gegensatz zu den werten Kollegen ist Blood Red Shoes der zweite Streich bestens gelungen.
(plattentests.de)




"Colours Fade" Video

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Neue Gerichtstermine: Brendon Flowers (The Killers), Azure Ray, Patrick Watson und Hot Panda.

Richard Ashcroft heißt wohl jetzt PDA & The United Nations Of Sound.

Dirk hat gesagt…

RPA & The United Nations Of Sound.

noplace hat gesagt…

apropos neue gerichtstermine:

am 25ten August erscheint das Debütalbum von Bedroom Eyes. Nach den beiden wundersamen EPs heißer Favorit auf das popperligste Album des Jahres.

Ingo hat gesagt…

Ja, "Feuer" hat die Band und das Album. Bei mir reicht es für 7 Punkte.

Dirk hat gesagt…

Ein Album das voll auf die 12 geht. Daher vergebe ich genau so viele Punkte - die die Beiden sich natürlich teilen müssen.

6 Punkte