Sarah Julia - The Fear That This Is Real


Dutch Dynamite (3)

Auch Sarah und Julia Nauta stammen aus den Niederlanden und sind beim letztjährigen Traumzeit Festival live aufgetreten, zuvor hatten wir sie aber bereits im Vorprogramm von Paris Paloma gesehen. Ob die beiden Schwestern aus Rotterdam auch die in den letzten beiden tagen vorgestellten Tramhaus und Personal Trainer persönlich kennen, ist mir nicht bekannt, aber ihre feingliedrige Folkmusik mit Harmoniegesang ist vom explosiven, rohen Post-Punk doch ziemlich weit entfernt. Sprechen wir statt von „Dutch Dynamite“ doch lieber von „Dutch Delight“.

Bereits als Teenager waren die Schwestern als Sarah & Julia schon zu elektronischen Beats, poppigen Melodien und mit niederländischen Texten unterwegs. Doch irgendwann  legten sie sowohl den Dutch Pop als auch das Ampersand ab, griffen zur akustischen Instrumenten und ließen sich von der Musik ihrer Eltern inspirieren. Mit „How Do We Go Back To Being Normal?“ und „Only Making It Worse“ veröffentlichten sie 2024 bzw. 2025 erste Folk-EPs, deren Songs aber nicht den Weg aufs Debütalbum fanden. Dieses wurde im Herbst 2025 live innerhalb von sechs Tagen in Woodstock, New York, mit dem Produzenten Philip Weinrobe, der auch schon für Adrianne Lenker, JFDR, Flyte, Kings Of Convenience oder Laura Veirs arbeitete, aufgenommen. Der intime, nahbare und harmonische Folk von „The Fear That This Is Real“ könnte Freunden von First Aid Kit, Big Thief oder Laura Marling gefallen. Ihre Eltern würden an dieser Stelle Joni Mitchell, Jim Croce, Crosby, Stills, Nash & Young oder Cat Stevens nennen.

Sarah Julia in Deutschland:
22. November 2026 Köln, Garagen
25. November 2026 Berlin, Mikropol
27. November 2026 Hamburg, Molotow


Obwohl sich der Sound auf wenige Gitarren, leicht Percussions und nur dezente Sound-Ergänzungen beschränkt, bringt die stimmliche Harmonie der Nautas immer wieder neue Spannungen und Dynamiken in die klassische Folk-Luft. Sie singen gemeinsam über das Älterwerden, über Freundschaften, über vergessene und glückliche Liebe.
In seiner schlichten Schönheit hat das Album etwas Archaisches. Die Verneigung vor Songwriterinnen wie Joni Mitchell gelingt Sarah Julia ohne jeglichen Retro-Kitsch. (…)
Sarah Julia mögen den Folk nicht neu erfinden und „The Fear That Is Real“ ist rein instrumental vielleicht auch völlig unauffällig. Was dieses Debüt aber aus vielen anderen Veröffentlichungen hervorstechen lässt, ist die stimmliche Verflechtung der beiden Schwestern, die eine gewisse Weisheit und Ernsthaftigkeit in den Folk verstreuen.
Man kann für diese Saison wenig Passenderes finden.


 


 


 


 





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