Quiet Slang - Everything Matters But No One Is Listening



PVG: Q, X, Y und Z sind so etwas wie Brachland in meinem Plattenschrank. Ist das bei dir auch so?

Oliver: Immerhin ist jeder Buchstabe mindestens 1x vertreten. Und nein – bei Q steht nichts von Queen, sondern das tolle Album von QTY, die du letztes Jahr hier vorgestellt hast. Xul Zolar, The XX, The Yearning, Yndi Halda, Yucatan, Zaz, Zola Jesus. Definitiv ausbaufähig.

PVG: Bieten Quiet Slang mehr als nur die Möglichkeit die Platten-Diaspora bei Q zu reduzieren?

Oliver: Ja und nein. Qualitativ lohnt sich der Kauf der Platte natürlich. Vielleicht sortiert man sie aber besser unter B wie Beach Slang ein, schließlich handelt es sich hier um ein Nebenprojekt der Punk Rock-/Emo-Band.

PVG: Im Oktober 2017 hat James Alex mit der "We Were Babies & We Were Dirtbags" EP erstmals unter dem Namen Quiet Slang Musik seiner Band Beach Slang in akustischen Neuinterpretationen veröffentlicht. Nun folgte mit "Everything Matters But No One Is Listening" das erste Album und prompt stiegen der Bassist und der Schlagzeuger bei Beach Slang aus und wenig später warf auch der Manager das Handtuch. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Oliver: Ich hab die Indie-Gala schon länger nicht mehr gelesen, kann hier also nicht mit Fakten dienen oder mit Fachwissen glänzen. Wenn zuerst die Bandmitglieder ausgestiegen wären, hätte man sagen können, James Alex macht aus der Not eine Tugend, aber so… Hmm.

PVG: Sind die 10 Titel auf "Everything Matters But No One Is Listening" auch alle akustische Neuinterpretationen von Beach Slang Songs?

Oliver: Ja, alle Songs gibt es auch als laute Beach Slang Nummern. Auf der von dir erwähnten EP waren aber auch zwei Cover-Versionen: "Androgynous" von den Replacements und "Thirteen" von Big Star.





PVG: James Alex leicht rauchige Stimme, dazu Piano, Cello und weibliche Backing Vocals - ich fühle mich immer an The Indelicates erinnert. Wie ergeht es dir bei Quiet Slang?

Oliver: Jetzt wo du das sagst, kann ich das auch hören. Ich schätze aber, dass ich die Beach Slang Songs so im Ohr hab, das ich da nur James Alex höre. Sagtest du LEICHT rauchige Stimme?

PVG: "Play it loud, play it fast" wird der Song "Future Mixtape For The Art Kids" eröffnet. Das stimmt so natürlich nicht, also kommen wir direkt zum Thema Mixtape: Wenn du einen Song aus "Everything Matters But No One Is Listening" für ein Mixtape auswählen solltest, welcher wäre es und zwischen welchen Liedern würde er sich befinden?

Oliver: Ich denke ich würde "Dirty Cigarettes" nehmen. Irgendwo zwischen Paul Westerberg und den Indelicates, haha.





PVG: Hier muss natürlich die abschließende Frage lauten: Blur oder Oasis, ach nein, Beach Slang oder Quiet Slang?

Oliver: Ich mag die abgespeckten Versionen sehr. Auf Albumlänge gesehen bin ich aber eher Team Beach Slang.


Durch die kammermusikalische Instrumentierung entgeht »Everything Matters But No One Is Listening« erfreulicherweise dem Lagerfeuer-Verdacht. Vielmehr stellt der ruhige Grundton der ersten Quiet-Slang-Platte (weitere sollen folgen) die mal stark melancholische, mal aufrührend intensive Lyrik und den Pop-Appeal der Beach-Slang-Diskografie in den Vordergrund. Das kann gar nicht gänzlich kitschfrei über die Bühne gehen, und das tut es auch nicht. Wenn Alex aber in den besten Momenten seiner Neuinterpretationen an den jungen Ben Folds erinnert, versöhnt er mit einem herrlich aufmunternden Kopfstreicheln auch die kritischen Fans. (intro.de)

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