Nine Inch Nails - Bad witch























"Not the actual events" und "Add violence" aus den Jahren 2016 bzw. 2017 wurden jeweils als EP vermarktet. In das Trio gehört auch "Bad witch", aber weil eine EP bei den Streaming-Diensten weniger populär gelistet wird, ist "Bad witch" mit 30 Minuten Spieldauer nun ein Album. Grundsätzlich stört mich das nicht, Quantität ersetzt bekanntlich selten Qualität. 

Bezüglich Qualität habe ich an "Bad witch" kaum etwas auszusetzen. Seit 2016 bestehen die Nine Inch Nails offiziell aus dem Urgestein Trent Reznor und Atticus Ross. Musikalisch zusammengewachsten sind sie über die Arbeit an diversen Soundtracks. Einigen Titeln auf "Bad witch" haftet diese Soundtrack-Stimmung an. Darüber hinaus bietet das Album Industrial mit treibenden Beats ("Ahead of ourselves") aber auch Trip Hop ("Over and out"). Die größte Überraschung ist "God break fown the door", welches dank der Saxofon-Einsätze und des Gesangs an David Bowies "Blackstar" erinnert.

Man könnte bemängeln, dass "Bad witch" keine neuen Idee bietet. Aber die sollte man nach 30 Jahren Bandgeschichte auch nicht erwarten. Statt dessen ist "Bad witch" solide Kost für Fans aller NIN-Phasen, die ich gerade wegen der Spieldauer kurzweilig und gelungen finde.

Zumindest in einer Hinsicht erkennt Pitchfork Experimentierfreude bei Reznor:
A sense of cosmic ambiguity permeates Bad Witch. These are neither his most inviting new songs nor his most immediate, but they rank among his most urgent. While he’s not the only artist from his generation to test out the potential of abbreviated releases (Pixies precede him in this trend; My Bloody Valentine and Smashing Pumpkins are set to follow), Reznor might be the first to land somewhere unexpected through the process. 
Das Video zu "God break down the door":

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