Danger Mouse And Sparklehorse - Dark Night Of The Soul

















Jahresbestenliste, ick hör dir trapsen.

Was könnte man über dieses Album alles schreiben!? Wer sich hinter Danger Mouse verbirgt und was dieser Mann sonst noch so anstellt (ich werfe einfach nur die Namen Gnarls Barkley, Gorillaz, Beatles vs. Jay-Z und Banksy & Paris Hilton in den Raum), über den Selbstmord von Mark Linkous (Sparklehorse) im März dieses Jahres, und selbstverständlich den Tod von Vic Chesnutt, der die lange, lange und ziemlich unglaubliche Liste an Gastmusikern und -sängern (The Faming Lips, Frank Black, Iggy Pop, Julian Casablancas (The Strokes), Jason Lytle (Grandaddy), Nina Persson (The Cardigans), Suzanne Vega - um nur einige zu nennen) ergänzt, das 100seitige Fotobuch von David Lynch, das die Musik visuell unterstützt, den Rechtsstreit mit EMI, der eine Veröffentlichung zunächst verhinderte, den Kniff, wie Danger Mouse & Co. das Buch samt leerer CD-R (mit der Aufforderung sich das dazugehörige Album übers Netz zu beschaffen) über eine Homepage doch noch veröffentlichten, die zahlreichen unterschiedlichen Versionen, in denen "Dark Night Of The Soul" nach über einem Jahr doch noch offiziell erscheint, oder die musikalische Fortsetzung dieses Projektes von Danger Mouse mit James Mercer (The Shins) als Broken Bells.

Man könnte sich "Dark Night Of The Soul" aber auch einfach anhören. Verdient hätte es das Album!





"Little Girl" Video

Iggy Pop hat den müden Kläffer gegeben, Frank Black hat seine Engelsharfe besungen, die Frontmänner der Flaming Lips, der Shins, der Super Furry Animals und Ex-Grandaddy-Chef Jason Lytle haben zartbitteres Süßholz geraspelt, Julian Casablancas von den Strokes hat schöner den coolen Kater gegeben als in jeder Sekunde seines letzten Soloalbums, und die Damen Nina Persson und Suzanne Vega haben dafür gesorgt, dass auch weibliche Dunkelheiten nicht zu kurz kommen.
Und doch ist es vor allem die Seele des Mark Linkous, an die man bei „Dark Night Of The Soul“ denken muss. Dabei sind die von ihm vorgetragenen Stücke in ihrer sommermüden Überstrahltheit deutlich dem positiveren Teil seines Werkes zuzurechnen. Wie immer singt er, der seine Stimme nie leiden konnte, durch einen starken Filter. Derselbe Effekt wird später Suzanne Vega auf die Stimme gelegt, die sich somit perfekt einreiht in den Chor der Wayne Coynes, James Mercers und Jason Lytles mit ihren verkifften Seufzerstimmen. Danger Mouse wiederum, der zuletzt mit James Mercer das tolle Broken-Bells-Album veröffentlichte, ist wieder ganz der dem Hip-Hop von der Schippe gesprungene Sixties-Ästhetizist: Es ist faszinierend zu hören, wie der Dreiunddreißigjährige die Beatles-Ästhetik als Basis zur Herstellung zeitgenössischer Popmusik nimmt: Die Ringo-Trommeln bollern, bekiffte Streichquartette schweben durch die Stücke, und immer wieder ist hier Lucy im Himmel mit Diamanten.
(faz.net)



Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Gut, dass dieses Album doch noch das Licht der Welt erblickt hat.

7,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

8 Punkte

Volker hat gesagt…



5,5