• Röyksopp - Junior




    7 Tage - 7 Platten - 7 Länder: Norwegen

    Vor einigen Jahren habe ich Svein Berge und Torbjørn Brundtland live beim Hurricane Festival gesehen. Ich weiß nicht mehr, warum ich mich damals ins Zelt verirrte oder wer mich von oben herab vor der Hauptbühne vertrieb, auf jeden Fall lieferte das norwegischen Elektro-Duo Röyksopp (oder auch Røyksopp) einen gefeierten und äußerst energiegeladenen Auftritte ab, der die Menge zum Tanzen und Schwitzen brachte und das Zelt vibrieren und wackeln ließ.

    Für „Junior“ haben sich Röyksopp so ziemlich von ihren melancholischen und träumerischen Downbeat-Pop verabschiedet und dafür gesorgt, dass tanzbarer Nachschub für die feierwütigen Menschen auf zukünftigen Konzerten oder Clubnächten vorhanden ist.
    Als Gastsängerinnen konnten neben Anneli Drecker, die bereits mehrmals auf Röyksopp-Platten zu hören war, auch Robyn (auf „The Girl And The Robot“) Lykke Li („Miss It So Much“) und Karin Dreijer Andersson (The Knife; „Tricky Tricky“ und „This Must Be It“) gewonnen werden. Man darf gespannt sein, wann sich Madonna und Kylie Minogue bei den beiden Norwegern melden werden...

    Unterschiedliche Sichtweisen machen das Hören eines Albums doch erst wirklich schön:


    "Junior" ist ausgereifter und stringenter produziert als "The Understanding", klanglich geht es viel mehr nach vorne. Dass es stellenweise arg auf Kommerz gebürstet ist, verzeiht man Röyksopp gerne, denn ein in seinem Bombast so schlüssig wirkendes Album ist momentan keiner anderen Band dieses Genres zuzutrauen.
    (intro.de)


    Vor allem scheint es aber an der Unbegrenztheit ihrer Möglichkeiten zu liegen, dass Röyksopp sich mit "Junior" so heillos verzetteln. Sie können verhallte 70er-Jahre-Soundflächen, up-to-date Elektro-Pop mit rutschigen Frauenvocals und natürlich auch die minimalistischen, kompromisslosen Spielarten der Discomusik - sie können das nur nicht sinnvoll zusammenbringen mit dieser Platte, so sehr sie auch biegen, brechen und nachbearbeiten. Selbst die bisher unfehlbare Lykke Li muss im Edelkitsch der Synthesizer von "Miss it so much" verblassen, und wenn "Silver cruiser" dann auch noch mit einer Gitarre über seine TripHop-Beats und Retro-Soundscapes wischt, verheizen Röyksopp endgültig ihr letztes Ass im Ärmel. Sie sind hier quasi zu schlau für sich selbst - aber letztlich ist das eh egal, denn die Wahrheit ist ja doch: Plattentests.de hasst elektronische Musik und deshalb auch diese Platte.
    (plattentests.de)



    „Junior“ soll wohl nur die eine Hälfte dieses Werkes sein: „Senior“ erscheint im Verlauf des Jahres.
    Von den Live-Qualitäten kann man sich in Deutschland bisher nur am 07.04.09 im Berliner Lido überzeugen.





    „Happy Up Here“ Video
  • 4 Kommentare:

    Ingo hat gesagt…

    Da war der gute Dirk mal wieder schneller. ;-) Macht nichts. Mal gespannt, welche Länder uns noch erwarten.

    Dirk hat gesagt…

    Ich hatte da so eine Ahnung, deshalb habe ich "Junior" zuerst losgeschickt.

    Mal sehen, ob ich die 7 erreiche, ohne auf England und USA zurückgreifen zu müssen....

    Dirk hat gesagt…

    So langweilig, wie das Cover hässlich.

    4,5 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    Uninspiriert. 5 Punkte

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)