Der Ringer - Soft Kill





















Jetzt müssen Fans und Freunde von Der Ringer ganz stark sein. Die Fachzeitschrift des Deutschen Ringer-Bundes gibt es nicht mehr, nur die Homepage der-ringer.de wird weiterhin betrieben.
Das sind wiederum schlechte Nachrichten für die Band Der Ringer, die sich sicherlich über die frei gewordene Domain gefreut hätten. Freude stellte sich dann sicherlich doch noch beim Hamburger Quintett ein: über das fertig gestellte Debütalbum „Soft Kill“ und die glänzenden Reviews, die es (fast) überall erhält. Eine alternative Internetpräsenz wurde auch noch gefunden.

Ähnlich wie Klez.e, die hier kürzlich für „Desintegration“ massenhaft hohe Bewertungen einfuhren, orientieren sich auch Der Ringer deutlich an früheren Zeiten. Wo jedoch Tobias Siebert in The Cure das Maß aller Dinge sah, sind es für Jannik Schneider & Co. Joy Division (nun gut, „Morton Morbid“ könnte man sich auch gut von Robert Smith vorstellen). Trockener Bass, Wave-Gitarren, halliges Schlagzeug, düstere Texte, alles da. Die Keyboard-Klänge lassen häufig an die Neue Deutsche Welle denken, bevor der Begriff zu einem Schimpfwort wurde („Mikroskop“), der Auto-Tune-Einsatz, etwa bei „Frost“, soll… ja was, eigentlich? 




Es ist ein wirres und verwirrendes Album, dieses "Soft kill". Die Hamburger geben sich musikalisch nicht die geringste Mühe, einmal Klarheit einkehren zu lassen, verbinden dies aber mit eingängigen Botschaften und beleuchten schlitzohrig eine digitalisierte Welt, im Spagat zwischen Natürlichkeit im Offline-Modus und Hyperaktivität im Online-Zustand. Der Ringer machen es dem Hörer leicht über sie zu urteilen, das Spektrum dürfte dabei von "gequirlter Scheiße" bis hin zum Messias-Vergleich reichen. Wer wirklich einsteigen möchte in dieses seltsame Universum fünf junger Typen, dem bleibt nicht anderes übrig, als aufmerksam zuzuhören und dem ganzen Zeit zu geben. Der Ringer sind nicht schüchtern aber charmant zurückhaltend, die steigen nicht direkt mit jedem ins Bett. Definitiv keine Band für eine Nacht.
(Plattentests)




„Soft Kill“ umweht beständig Kühle. So sehr die Synthies in „Soma“ auch jubilieren: vorher schon nicht als euphorisierend bekannt, manövrieren sich Der Ringer durch ein Labyrinth aus „Mikroskop“ischer Selbstbetrachtung und Orientierungslosigkeit des Individuums im technisierten Lebensraum.
So verblüffend einfach manchmal die Reime, so viel Aufmerksamkeit verlangt es, um die verkopften Anliegen der Lyrics zu entschlüsseln.
(musikblog)




Von leichter Kost kann im Fall von „Soft Kill“ nun wirklich nicht die Rede sein. Mal behäbig, mal kurios, mal kreuz und quer durch den Gemüsegarten ackernd – himmlische Harmonien treffen auf surreale Entfremdung und formvollendete Bestürzung. Und doch steckt hinter dieser eigentümlichen Mixtur ein besonderer Reiz, der sich nicht verhehlen lässt. Nach und nach, Schicht für Schicht, werden feine, stellenweise sogar großartige Ideen freigelegt, umhüllt von einem Wave-Mantel mit einem Hauch von latentem Wahnsinn. Der Ringer unterhalten und stimmen nachdenklich, im Idealfall sogar gleichzeitig.
(beatblogger)


Der Ringer auf Tour:

15.02.17 Hamburg, Hafenklang
16.02.17 Mainz, Schon Schön
17.02.17 Stuttgart, 1210
18.02.17 München, Orangehouse
19.02.17 Wien, Rhiz
21.02.17 Düsseldorf, FFT
22.02.17 Leipzig, Naumanns im Felsenkeller
24.02.17 Berlin, ACUD

Kommentare:

Ingo hat gesagt…

6,5 Punkte

Volker hat gesagt…

7,5

Dirk hat gesagt…

Hier wurden es mit der Zeit mehr und mehr Punkte... 7,5 Punkte