• The Dø - Both Ways Open Jaws



















    Ob Olivia Merilahti und Dan Levy nach ihrem kleinen Hit "On My Shoulder" den Druck verspürt haben einen weiteren folgen lassen zu müssen? Ich glaube nicht, denn ansonsten wäre deren zweites Album "Both Ways Open Jaws" nicht so experimentell, kunterbunt und überdreht geraten.
    Die ersten fünf Titel können durchwegs überzeugen, "Gonna Be Sick!" und "Too Insitent" mit seinem herrlichen "Why won't you let me know?"-Singalong könnten in einer besseren Welt zu Hits werden, in unserer aber zumindest den Weg ins Radio finden. Olivia Merilahti liefert einen variationsreichen Gesangspart ab und Dan Levy sorgt für mannigfaltige Sound, abwechslungsreiche Arrangements und ungewöhnliche Beats. Könnte so eine Zusammenarbeit von Björk und Beck klingen? "Smash Them All (Night Visitor)" und "Leo Leo" plätschern etwas vor sich, dann beweist "B.W.O.J." wie überflüssig Instrumentals sein können. Während das buschtrommelige "Slippery Slope" nach einem The Knife-Remix ruft und die Tanzflächen dieser Welt füllen könnte, verlangt das Varieté-hafte "The Calendar" nach der Skip-Taste. Ruhige Töne in Form zweier Schlaflieder ("Was It A Dream", "Moon Mermaids") beschließen das zweite Album von The Dø.


    Das gute Stück steigt mit dem bereits bekannten, an Sonnenaufgänge erinnernde "Dust it off" ein. Gedoppelter Gesang schmiegt sich an feinste Portishead-Elektronik. "The Wicked And The Blind" erinnert mitsamt seinen Streichern und dem aufuferndem Refrain an einen 70er-James-Bond-Titelsong, der per Scratch in die Gegenwart geholt wird.

    "Gonna be sick!" xylophoniert sich durch tanzende Skelette, "Too Insistent" wächst zum Lieblingsschmusesong heran. "Bohemian Dances" wartet mit Klapperschlangenrassel und Klavier auf. Auch hier findet sich dieser tolle gedoppelte Gesang von Merilathi wieder.

    "Smash them all" fällt im Gegensatz zum restlichen Album ziemlich ab, um dann vom gedehnten "Leo Leo" aufgefangen zu werden. Schließlich kommen wir zum Titelsong, japanische Kriegstrommeln künden drohendes Unheil an, hypnotische an Stammesgesänge erinnernde Lyrics winden sich tranceartig dem Ende des Songs entgegen. Hier fahren die beiden Musiker ganz große Geschütze auf und beweisen das ihre Vorliebe für Experimente nach wie vor vorhanden ist. Ganz klar eines der ganz großen Lieder auf dem Album.

    Und damit ist das Kuriositätenkabinett eröffnet. "The Calender" bumbert sich mit blecherner Bassdrum durch eine Art Squaredance. "Was It A Dream" erzählt mit dezent eingesetzem Saxophon eine ganz spezielle Geschichte. Und ganz zum Schluss glitzern die "Moon Mermaids" durch den Raum und schließen das Album mit einer Art Nachtlied.

    Elf Lieder voller Sehnsucht, Leidenschaft und Neugier. Lasst euch drauf ein. "Trust us we show you the way" singen sie selbst und haben Recht. Sowas bekommt man nicht alle Tage zu hören.
    (benzolmag.blogspot.com)
  • 2 Kommentare:

    Anonym hat gesagt…

    Ich finde das neue the do Album steht dem erstlingswerk a mouthful in nichts nach und deine/eure Bewertung trifft auch den Kern meines Höreindrucks. Doch als the do Fan möchte ich anmerken, dass der 3te Titel aus dem ersten album nicht over my shoulder, sondern on my shoulders heisst. Solltest du/ ihr das erste Album nicht kennen, so kann ich es sehr empfehlen. Ganz besonders der 9te Titel queen dot kong hat einen ganz eigenen Stil.

    Dirk hat gesagt…

    "Too Insistent" ist toll, so einiges auf dem Album leider nicht.

    6 Punkte

    Und den Fehler beim Songtitel habe ich auch korrigiert. Danke!

    Die 10 besten Alben von Prince

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    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)