The Cure - 4:13 Dream




Ist es das schlechteste Cure-Album?
(Axel)




„The Only One“ Video


The Cure werden demnächst mit dem Godlike Genius Award des NME ausgezeichnet werden. Grundlage dafür können nur ihre Verdienste der letzten 30 (!) Jahre gewesen sein und nicht ihr neues Studioalbum.
Eigentlich war die ursprüngliche Idee, am 13. jeden Monats eine Single zu veröffentlichen, bevor dann am 13.09. das dreizehnte Album in den Läden stehen sollte, vielversprechend. Jedoch erwiesen sich diese Songs als recht nette Popsongs („The Only One“, „The Perfect Boy“) mit nur geringem Wiedererkennungswert, als Resteverwertung („Sleep When I’m Dead“ stammt noch aus „The Head On The Door“-Zeiten) oder als totaler Fehlgriff. So dürfte „Freakshow“ locker „Hot Hot Hot!!!“ als schrecklichste Cure-Single abgelöst haben.




„Freakshow“ Video


Dann wurde das Album, ursprünglich als Doppelalbum angekündigt, nicht rechtzeitig fertig, mehrfach verschoben und eine EP mit Remixen schrecklicher US-NuRock-Bands veröffentlicht, die es mit dem Schlimmsten aufnehmen kann, was Robert Smith & Co. ihren Fans je angetan haben: „Mixed Up“.
4:13 Dream“ stand also unter keinem besonders guten Stern und auch das Endprodukt kann kaum überzeugen: Da hilft es auch nichts, dass der Opener „Underneath The Stars“ wie ein Mix aus den ersten Titeln von „Disintegration“ klingt, denn was danach kommt ist mit wenigen Ausnahmen ("The Hungry Ghost" oder "This. Here And Now. With You") erschreckend schwach, sowohl hinsichtlich des Songwritings als auch der Produktion.
Auch der kommerzielle Erfolg hält sich bisher in Grenzen: Landeten die beiden Vorgänger „Bloodflowers“ (2000) und „The Cure“ (2004) in den meisten Ländern noch locker in den Top Ten, so sind für „4:13 Dream“ bisher nur Plätze rund um die 20er notiert.




„Sleep When I’m Dead“ Video

Auch wenn die Band erneut auf eine rohe Produktion setzt und leider nicht zu flächigeren Sounds und mehr Keyboards zurückkehrt, klingen die neuen Songs vergleichsweise optimistisch und wagen wieder mehr Pop. Zwar fallen die restlichen Stücke in Sachen Eingängigkeit hinter den Singles zurück, doch immerhin gibt es den herzerweichend romantischen "Sirensong", den schwerfälligen Ohrwurm "This. Here and now. With you" und mit "Underneath the Stars" wunderbar ausuferndern Psychedelic Pop. Langweilig wird's immer dann, wenn sie es wie bei "Switch" und "Freakshow" krachiger angehen lassen. Smith beendet das Album mit dem Postpunksong "It's over" und der Textzeile "I can't do this anymore". Stimmt hoffentlich nicht, schließlich geht es mit The Cure gerade wieder steil aufwärts.
(kulturnews)





„The Perfect Boy“ Video

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Heute aus der Reihe „Tolle Bands mit schwachen Alben“: The Cure.
Da fällt mir nicht mehr viel zu ein. Meiner Enttäuschung habe ich oben schon Luft gemacht...

5 Punkte

Volker hat gesagt…

macht doch mal ein Cure-Alben-Ranking bitte
oder sagen wir zumindest ne Top5

Dirk hat gesagt…

Das traue ich mich nicht. Wenn Axel sieht, dass ich "Kiss Me Kiss Me Kiss Me" vor "Pornography" setze, kündigt er mir die Freundschaft!

Über Platz 1 muss/kann/darf man aber nicht diskutieren: Disintegration.

Ingo hat gesagt…

Das Album wirkt uninspiriert und lustlos. Warum soll ich mir da viel Gedanken um die Wertunng machen. Ich übernehme Dirks 5 Punkte

axelu hat gesagt…

9 Punkte, also wirklich das schlechteste Cure-Album aller Zeiten.
Top 4: 1. Disintegration, 2. alle anderen 3. 4:13 Dream 4. Mixed up.

Olly Golightly hat gesagt…

Kiss Me Kiss Me Kiss Me gehört auch für mich vor Pornography. 4:13 Dream natürlich dahinter. Und doch. 7 Punkte.

axelu hat gesagt…

So, hier nach mehrmaligem Durchhören sämtlicher Cure-CDs meine Cure-Charts:
14: 4:13 DREAM - ganz klar das schlechteste Album ohne wirkliches Highlight und mit insgesamt schwachen Singles
13: WILD MOOD SWINGS - Gutes (Want, Club America...) neben viel Banalem
12: JAPANESE WHISPERS - eigentlich ja nur eine Zusammenstellung von drei Singles mit den B-Seiten; Letztere sind aber nicht unbedingt schwächer
11: THE CURE - mit den Highlights "The Promise" und "Us or them", aber auch Schwachem
10: SEVENTEEN SECONDS - mit "Play for today" und "A Forest" zwei Live-Klassiker auf dem ersten durchgängig guten Album in dieser Liste
9: WISH - braucht man dank "Friday" nicht kommentieren...die Konzertkarte hierzu ist die schönste, die ich habe!
8: THE HEAD ON THE DOOR - ich war nie ein so großer Fan von "Close to me", eher von "A night like this" und "Inbetween days"...
7: BLOODFLOWERS - nach einer Theorie macht Robert Smith (so grob)immer am Beginn / Ende eines Jahrzehnts ein Meisterwerk - und "Pornography", "Disintegration" und "Bloodflowers" bilden ja auch die "Trilogy"...und das nächste Album erweiterert diese sicher um den 4. Teil!
6: THE TOP - Leider ziemlich untergegangenes Album, trotz "Piggy in the mirror" , "The top" u.a.
5: KISS ME KISS ME KISS ME - nur ein Aussetzer, und der wurde Single um die Plattenfirma zu ärgern...
4: THREE IMAGINARY BOYS / BOYS DON'T CRY - hier zusammengefasst, weil sie sich stark überschneiden...tolle Stücke auch über die Singles hinaus (Three imaginary boys, Another day, Fire in Cairo...)
3: FAITH - mit "Primary" ist die Single das schwächste Stück...
2: PORNOGRAPHY - Dirk, wir bleiben trotzdem Freunde... Auch hier ist die Single "The hanging garden" das schwächste Stück
1: Disintegration

Olly Golightly hat gesagt…

das passt gerade so schön:

http://i61.photobucket.com/albums/h78/olly_golightly/TheCure.jpg

Dirk hat gesagt…

Witzig, Olk!

Dirk hat gesagt…

Axel, jahrelang hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich "Kiss Me..." gehört habe und jetzt taucht es bei dir auf Platz 5 auf! Ich bin mehr als nur überrascht.

Ich habe mir vorgenommen in den nächsten Wochen die Cure Alben in deiner Reihenfolge von 14 bis 1 zu hören, aber erst nachdem ich die Kent-Box durch habe...

Volker hat gesagt…

Super Axel
Schön das The Top so weit oben ist. Dürfte bei mir sogar in der Top 3 sein

axelu hat gesagt…

Dirk, habe die Liste in den Ferien gemacht, da bin ich poppiger drauf...während der Schulzeit sind alle depressiven Alben klar vor Kiss me..., also ist es dann auf Platz...12?!

oliver r. hat gesagt…

Für mich sind die depressiven Alben die besten von The Cure. Insofern ist das Ranking leicht: die ersten drei Plätze werden von den ersten drei Alben belegt. Seventeen Seconds, Three Imaginary Boys und Pornography. Ganz egal in welcher Reihenfolge. Auf Disintegration nerven die totgenudelten Pictures Of You und Lullaby, während ich Lovesong immer noch liebe (das passt ja). Bestes Lied von The Cure ist M. Überragend sind aber auch The Figurehead, The Hanging Garden, A Strange Day, One Hundred Years, Play For Today, A Forest, Grinding Halt und Fire in Cairo.

Wenn ich es mir recht überlege: Pornography ist das beste Album. Definitiv! :)

Und das neue? Keine Ahnung! Ich habe mich nicht getraut, meinen sensationellen Eindruck vom Pariser Konzert zu verwässern. 42 (!) gespielte Lieder, keine Sekunde Langeweile bei 3 Stunden 40 Minuten Spielzeit. The Cure sind nach wie vor eine Wucht!!! Kein Album das jetzt noch kommt, wird daran etwas ändern.