• R.E.M. - Accelerate




    Schwarz-weiße Cover scheinen im Moment sehr in Mode zu sein (II)

    Schöne, stilvolle Cover und R.E.M. - diese Begriffe schlossen sich bisher zumeist aus. Denkt man nur an „Monster“ oder „Up“ hat man auch schon eine schmerzende Netzhaut (vielleicht auch Ohren). Sehr schön war hingegen das von Chris Bilheimer und Michael Stipe gestaltete Cover von „New Adventures In Hi-Fi“ - dem meiner Meinung nach besten R.E.M. Album der letzten Jahre -, das ein schwarz-weißes Landschaftsfoto zierte, welches im Vorbeifahren aufgenommen wurde und sehr schön zu den Folk- und Country-Elementen des Albums passte.
    Musikalisch und ästhetisch wollten R.E.M. mit "Accelerate" an diese Erfolge anknüpfen und engagierten erneut Chris Bilheimer, der mit seinen Hochhaus-Graphiken in schwarz und weiß ein ansprechendes Äußeres schuf, das auch auf die wieder deutlich rockigen Klänge und urbane Sounds verweist. Für diese zeichnet sich mit Jacknife Lee (U2, Bloc Party, Snow Patrol, u.a.) ein weiterer Mitstreiter aus, der zusammen mit R.E.M. in Vancouver, Dublin und Athens ihr 14. Studioalbum aufnahm.

    Endlich! Nach zuletzt eher schwachen Bombastplatten wie "Around the Sun" und "Reveal" kehren R.E.M. mit ihrem 14. Album zu ganz alten Stärken zurück.
    "Accelerate" bietet schmuddeligen Rock mit knackig-kurzen düsteren Songs. Schon das kompromisslose "Living well's the best Revenge" macht klar, dass diesmal weder Keyboardteppiche noch Großballaden zu befürchten sind. Und in der folgenden halben Stunde haut die Band um Michael Stipe einige der besten Songs raus, die sie je schrieben: "Horse to Water" ist ein brachialer Rocker mit Stakkatogesang und "End of the World"-Bezügen, der mittelschnelle Titelsong überzeugt mit wunderschöner Melodie, als Abschluss liefern sie mit "I'm gonna DJ" die perfekte Antihymne für Rückwärtsgewandte.
    Chartfutter wirft die Platte auch noch ab, ohne dass R.E.M. dabei aus dem Konzept auscheren müssen. Die Single "Supernatural superserious" hat das bereits bewiesen, "Until the Day is done" oder "Hollow Man" könnten ihr folgen. Bleibt nur die Frage, ob "Accelerate" es tatsächlich mit Meilensteinen wie "Document" oder "Monster" aufnehmen kann. Mal abwarten.
    (kulturnews.de)


    R.E.M. auf Open-Air-Tour:
    05.07. Dresden, Elbufer


    16.07. Berlin, Waldbühne


    19.08. Stuttgart, Neues Schloss


    20.08. St. Goarshausen, Freilichtbühne Loreley


    22.08. Würzburg, Feste Marienberg





    „Supernatural Superserious“ Video
  • 14 Kommentare:

    oliver r. hat gesagt…

    Aha, endlich mal wieder eine Diskussion bezüglich der Ästhetik von Plattencovern. Du magst es also schwarz-weiß, Dirk? Ich als Konzertfotograf, lol, bevorzuge ja bunte Farben. Alle Fotografen, die "arty" daherkommen wollen, haben aber sehr oft farblose Sets drin. Finde ich immer ein bißchen schade.

    Volker hat gesagt…

    meine R.E.M. Top 3

    1. Green
    2. Lifes Rich PAgeant
    3. New Adventures In...

    daran wird sich - fürchte ich ungehört- wohl auch mit diesem Album nichts ändern

    Dirk hat gesagt…

    Platz 4 von 14 wäre doch auch nicht schlecht...

    Meine R.E.M. Top 3:

    1. Lifes Rich Pageant
    2. Automatic For The People*
    3. New Adventures In Hi-Fi

    *auch wenn leider schon der ein oder andere Titel fast totgespielt wurde.

    oliver r. hat gesagt…

    Automatic For The People mochte ich nie sonderlich, vor allem die -wie Du schon richtig sagst, Dirk - totgenudelten Hits. Am unerträglichsten finde ich "Everybody Hurts", das tut wirklich weh ;-)

    Ingo hat gesagt…

    Meine Top 3:
    1. New Adventures In Hi-Fi
    2. New Adventures In Hi-Fi
    3. New Adventures In Hi-Fi
    Seitdem hörte man zu jedem neuen Album: „Das beste Werk seit Automatic for the people.“ Warum erwarte ich nur so wenig vom aktuellen Werk?

    Volker hat gesagt…

    Also dann nach diversen Durchläufen:

    1. Höreindruck: ich wollte das Album in die Ecke schmeissen und hier so etwas posten wie :" Jetzt weiß ich endlich wieder warum mir "Around the Sun" so gut gefallen hat und finden sich hier eigentlich mehr als drei verschiedene Songs?" , aber sicherheitshalber erstmal

    2. Höreindruck: Mensch, die Songs sind zum Großteil ja doch recht schmissig und oftmals sogar die Earcatcher, die ich erhofft aber wohl überhört hatte, da lohnt doch ein

    3. Höreindruck: Stimmt der Sound wirkt für meinen Geschmack etwas breiig zun undifferenziert, stimmt allerdings auch, dass dies dem Grundtenor des Albums durchaus nicht zuwider läuft. Wirklich gefallen muß mir eine solche Produktion aber dann doch nicht.
    Was zu folgendem Gesamturteil bis hierhin führt:

    Unerwartet schönes (Nail du weißt ja, die Single konnte mich ja schon nicht so überzeugen für R.E.M.-Verhältnisse) Album, das leider einen Hauch von fadem Beigeschmack einer vertanen Chance hat. Was wäre erst mit richtig guter - oder besser differenzierterer - Produktion möglich gewesen?

    Trotzdem gefällt es mir immer besser, momentaner Favorit "Mr.Richards" vor allem in den Passagen in denen die Rhythmussektion unerwartet und sehr subtil die Schlagzahl erhöht.

    8 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Wer ist Nail? Copy & Paste??
    ;-)

    Volker hat gesagt…

    Klar
    Die fehlende Zeit,you know ;-)

    Ingo hat gesagt…

    Hätte nicht gedacht, dass ich das Wort "kurzweilig" in Zusammenhang mit einer R.E.M.-Platte noch einmal verwenden würde. 7 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Das ist ordentlich garagenrockig, aber wo sind die Songs???

    6,5 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Übel, wenn der letzte Song auf einem Album der mit Abstand schlechteste ist. Ich bin immer wieder erschreckt, wie schlecht "I'm gonna DJ" ist!

    Und auf Konzerten spielen sie es wohl auch. Einziger Vorteil: Da hat man wenigstens Zeit ein Bier holen zu gehen oder sich mit seinen Mitmenschen auszutauschen.

    oliver r. hat gesagt…

    "I'm Gonna DJ" wird in der Tat auf Konzerten gespielt und es kommt erschreckenderweise auch noch ziemlich gut an!

    Christoph hat gesagt…

    6,5

    Live sehr toll.

    oliver r. hat gesagt…

    "Live sehr toll" würde ich so nicht unterschreiben. Live gut und solide: ja, sehr toll: nein!

    Das Album habe ich nie gehört, nur in weiten Auszügen einmal live. Irgendwie reizt es mich nicht sonderlich. Die gerade erschienene Deluxe-Edition von Murmur gibt mir mehr Lust...

    Die 10 besten Alben von Prince

    10. Lovesexy (1988)
    9. Diamonds And Pearls (1991)
    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)