„Girl Pictures“ ist die berühmteste Fotoserie der US-amerikanischen Fotografin Justine Kurland. Die zwischen 1997 und 2002 entstandene Serie zeigt inszenierte Analogfotografien von jugendlichen Mädchen, die als fiktive Ausreißerinnen unabhängige Gemeinschaften am Rande von Städten und in wilden Naturlandschaften bilden. Damit wäre schon einmal die Referenz für das Artwork von „Johnny’s Dreamworld“ geklärt, für das die Fotografin Sandra Ebert verantwortet.
Kommen wir zum Inhalt des Albums: Die Band Modern Woman setzt auf harte Kontraste und dissonante Elemente, um ihrem Sound, der Art-Rock, Folk, Avantgarde und Post-Punk Collagen-artig miteinander zu verbinden sucht, eine individuelle Note zu verleihen. Die Stimme von Sophie Harris, die auch Gitarre spielt und die Haupt-Songwriterin ist, wird häufig mit Kate Bush und Dolores O’Riordan verglichen, ansonsten werden Dry Cleaning, Patti Smith oder die frühen Radiohead bzw. PJ Harvey als Referenzen herangezogen. Komplettiert wurde die Band, die als Harris’ intimes Solo-Folk-Projekt startete, durch David Denyer (Violine, Sampler, Komposition), Juan Brint-Gutiérrez (Bass, Saxophon) und Adam Blackhurst (Schlagzeug).
„Johnny’s Dreamworld“ ist das Debütalbum der Band, an dem diese über zwei Jahre hinweg zwischen ihren regulären Vollzeitjobs arbeitete. Zusammen mit dem Produzenten Joel Burton wurden die Songs, die nun über One Little Independent Records als CD und LP (Red Vinyl, Black Vinyl) veröffentlicht wurden, später dann unter professionellen Studiobedingungen teilweise neu aufgenommen.
Nicht jeder Song verursacht ein Schleudertrauma: „Blessed Day“ ist griffiger Garagenrock, „Daniel“ und „The Garden“ sind anmutige Kunstlied-Balladen mit Joanna-Newsom-Touch. Aber Anschnallen ist für dieses Wechselbad aus Faszination und Irritation sinnvoll.

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