Doublespeak:
Der Begriff Doublespeak bezeichnet eine Sprache, die absichtlich so konstruiert ist, dass sie die Wahrheit verschleiert, verdreht oder die Realität beschönigt, um Menschen zu manipulieren oder zu täuschen – ohne dabei formal direkt zu lügen.
Das Wort „Doublespeak“ entstand wohl in den 1950er Jahren nach der Veröffentlichung des Romans „1984“ von George Orwell und setzt sich aus denen dort verwendeten Begriffen Doublethink (Die Fähigkeit, zwei widersprüchliche Überzeugungen gleichzeitig im Geist zu halten und beide zu akzeptieren) und Newspeak (Die vom Regime modifizierte, extrem vereinfachte Sprache, die das Denken eigenständiger Gedanken unmöglich machen soll) zusammen.
Doublespeak:
Die drei Musiker, die sich hinter Doublespeak verbergen, verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft, die bis in die Post-Punk-Ära und die Radio-Landschaften der späten 1970er und frühen 1980er Jahre zurückreicht, dabei zogen sich die Idee und die Aufnahmen für dieses Projekt über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg. Bei den drei Herren handelt es sich um Vince Clarke (Jahrgang 1960, Gründungsmitglied von Depeche Mode, Yazoo und Erasure), Neil Arthur (Jahrgang 1958, Kopf des Synthie-Pop-Duos Blancmange) und Ben Edwards (Jahrgang 1967) alias Benge, der sich - im Gegensatz zu seinen Mitstreitern - eher mit den experimentellen Aspekten elektronischer Musik auseinandersetzt und nicht in den Charts auftauchte.
„Doublespeak“:
Hier wird nicht verschleiert, dass es sich bei den 11 Songs des Albums ausschließlich um Coverversionen handelt. Die Songauswahl ist eine Hommage an die musikalische Sozialisation der drei Musiker, denn sie interpretieren darauf elf Songs aus vier Jahrzehnten - von obskuren Post-Punk-Perlen über verborgene Indie-Schätze bis hin zu weltbekannten Pop-Klassikern. Wir hören beispielsweise „Brand New Life“ (Young Marble Giants), „Rock On“ (David Essex) oder „The Visitors“ (ABBA) in Retro-Elektro-/Synthpop-Gewand. Der älteste Song ist „Gentle On My Mind“ 1966, John Hartford), der jüngste „Richard!“ (2017, Ed Dowie).
Erst 2017 kam er wieder auf Clarke zu, sieben Jahre sollten sie daran arbeiten, ihren Lieblingssongs ein analoges Denkmal zu setzen. Darunter finden sich viele bereits im Original mit analoger Elektronik ausgestattete Stücke, wie etwa Fad Gadgets „Back To Nature“. Und so verwundert es kaum, dass die Doublespeak-Version dem Original nichts hinzufügen kann, außer ein paar Effekten und etwas mehr Wumms.Die Originale wurden wild kuratiert, von Post-Punk (Young Marble Giants) über Euro-Pop (Abba) bis Country (Glen Campbell) ist viel Kurioses im Angebot. Aber docken sie damit an das Klangbild von Blancmange oder Yazoo von 1982 an? Nö. Was damals filigran war, wird heute angedickt, der Sound ist durchgängig fett, klebrig und mitunter eindimensional.

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