Fake Problems - Real Ghosts Caught On Tape



Damit ich nicht nur mit einer halben (Joanna Newsom) Besprechung für 2010 zu Buche stehe, hier noch schnell eine der Platten, die bei mir dieses Jahr einen positiven Eindruck hinterlassen haben.
Vor drei Jahren kam das Debüt dieser Band auf den Markt und wurde in etwa so beworben:

Das Albumdebüt der amerikanischen Indieband FAKE PROBLEMS präsentiert einen spannenden Mix aus Punk, Country und Folk. Die limitierte LP-Edition erscheint im Clear-Vinyl-Format! Die aus Naples, Florida stammende Band FAKE PROBLEMS spielt eine furiose Mischung aus Punk, Country und Folk und wurde aufgrund ihrer stilistischen Vorlieben bereits mit Acts wie AGAINST ME! und TWO GALLANTS verglichen. Auf ihrem Debütalbum 'How Far Our Bodies Go', das von ROB McGREGOR (HOT WATER MUSIC) produziert wurde, präsentiert sich das Quartett mal atemlos punkig, dann wieder folkig entspannt und gelegentlich blitzen einige
Country-Swing-Elemente durch. Mit ihrem Longplayer laufen FAKE PROBLEMS keinem Trend hinterher, sondern setzen sich ganz souverän neben die bereits erwähnten Genre-Größen.

Nichts, das mich wirklich hinterm Ofen vorgelockt hätte. Nun also 3 Jahre später schon Album Nummer 3 und wirklich viel hat es mit der Beschreibung oben nicht mehr zu tun. Country Swing höre ich kaum, atemlos punkig ist auch eher wenig, gut in den ruhigen Momenten wird es wirklich etwas folkig, das war es aber auch schon. Ansonsten klingt Hier vieles als wolle man The Gaslight Anthem das Tanzen beibringen. Vor allem in der Ersten Hälfte der Platte sollte es schwerfallen die Füße still zu halten. Sei es nun bei einem zackigen ein wenig an Franz Ferdinand erinnernden 5678 oder bei dem, die Gitarrenlinie von „Walking On Sunshine“ aufgreifenden „Soulless“. Apropos Gitarren: Sehr viel auf diesem Album läuft über die einprägsamen Gitarrenmelodien, die vielleicht deshalb auch einen Tacken zu sehr in den Vordergrund gemischt sind. Das mag manchmal ein klein wenig nervig rüberkommen, da beizeiten der Eindruck entsteht, dass Sänger Chris Farren dagegen ansingen muss, aber im Großen und Ganzen ist es nicht wirklich störend. Der Gesang wiederum ist es, der noch am ehesten einen Punk/Emo-Vergleich zulassen würde, immer etwas dreckig, aber nie zu sehr. Die zweite Hälfte wird dann etwas ruhiger und fährt kurz vor Schluss dann mit „Grand Finale“ noch die große Rockstar-Geste aus mit einem Break zur Mitte hin, bei dem man am liebsten endlos mitgrölen würde, wie anno dazumal bei The Promise Ring’s „Say Goodbye Good“.
Alles in allem eine perfekte Melange, die bei mir einen Top10 Platz dieses Jahr sicher haben sollte.

Ob Dirk da noch ein Video einknüpfen möchte, überlasse ich mal ihm. Auf die betreffenden Seiten komme ich vom Arbeits-PC nicht.

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