Duffy - Endlessly

















Liest man von einer anstehenden Veröffentlichung von Duffy, ist die Begeisterung zunächst groß, denn noch hat sich die Hoffnung, dass vor Duffy noch der Name Stephen stehen müsste, nicht zerschlagen. Doch dann passiert das Unvermeidliche und es stellt sich heraus, dass "Endlessly" die zweite Platte der Waliserin Aimée Ann Duffy ist.

Nun denn, ihr Debüt "Rockferry", war so schlecht nun auch wieder nicht, kann man also mal anhören. Doch gleich die zuvor ausgekoppelte Single "Well Well Well", unterlegt von einem Hip Hop-artigen Beat von The Roots, ist durch die ständige Wiederholung des titelgebenden Wörtchens (insgesamt 27mal im Verlauf von 2:45 Minuten) extrem Nerv tötend und Duffys Stimme klingt ziemlich quietschend. Hätte Bernard Butler da nicht im Studio (im wahrsten Sinne des Wortes) etwas drehen können? Doch dieser ist gar nicht mehr dabei, stattdessen saß neben Albert Hammond, der auch die Songs gemeinsam mit Duffy schrieb, noch - Oh, Schreck! - Stuart Price auf dem Produzentenstuhl. So sind neben "Well Well Well", das sich tatsächlich als der schlechteste Song auf dem Album entpuppt, noch "Keeping My Baby" und "Lovestruck" in modernere Beats gewandet und tragen nicht dazu bei, Stuarts Prices Bilanz aufzubessern.
Ansonsten dürften Duffy-Fans wenig enttäuscht werden, denn "Endlessly" bietet den gewohnten Mix aus Blue-Eyed-Soul und Sixties-Pop mit wenigen Up-Tempo-Songs ("My Boy") und zahlreichen Streicher-Balladen ("Too Hurt To Dance", "Donít Forsake Me", "Endlessly", "Breath Away" oder "Hard For The Heart").




"Well Well Well" (Live at Later with Jools Holland)

Der enorme Erfolg ihres Debüts hat Duffy nervlich so unter Druck gesetzt, dass sie am liebsten alles hinschmeißen wollte. Stattdessen hat der Shootingstar die Reißleine gezogen, eine kleine Pause eingelegt, um sich dann in entspannter Atmosphäre an neue Songs zu machen. Dabei hatte sie mit den Roots als Backing Band und Songwriterlegende Albert Hammond ein Team an ihrer Seite, mit dem kaum etwas schief gehen konnte.

Albert Hammond, der vor allem für Oldiehits wie "The Air That I Breathe" bekannt ist, hat Duffy fabelhaft bluesige Schmachtsongs auf den Leib geschrieben. Mit "Well Well Well" oder "Girl" sind es aber gerade die schnelleren Songs, bei denen sich Duffys Stimme, Hammonds Songwriting und der typische Sound der Roots perfekt ergänzen

"Endlessly" klingt ein bisschen rauer und reduzierter als das Debüt Rockferry, ihre Richtung hat Duffy aber nicht geändert. Die 26-Jährige erinnert äußerlich und stimmlich an Nancy Sinatra und Brigitte Bardot, ihre Songs pendeln konstant zwischen 60's Retro und knackigem Soulpop hin und her. Duffy bleibt damit eine Künstlerin für die ganze Familie, entspannt genug für Mutti, fetzig genug für die Kids.
(fritz.de)

Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

Gute 6 Punkte

Dirk hat gesagt…

Bis auf „Well Well Well“: well well well und daher 6,5 Punkte.