jj - jj n° 3

















Schwedenhappen (V)


Auch der vorletzte Schwedenhappen ging uns in Göteborg ins Netz: Joakim Benon und Elin Kastlander veröffentlichten als jj ihre ersten Platten beim dort ansässigen Sincerely Yours Label. Die erste Single trug den Titel „jj n° 1" und das Debütalbum erschien als „jj n° 2". Nur logisch, dass das neue Album, für das sich Secretly Canadian (Yeasayer, Antony and The Johnsons, Jens Lekman) die Band angelte, „jj n° 3" heißen wird.

Das Duo spielt eine Mischung aus Indie-Pop, Balearen-Dub und R&B, der hier die Meinungen möglicherweise weit auseinander gehen lassen dürfte. Ihre stärksten Momente haben jj dann, wenn sie wie eine sanftere Version von Saint Etienne klingen, so zum Beispiel bei „Into The Light" mit seinen Samples aus einer italienischen Fußball-Übertragung oder „Voi Parlate, Io Gioco", die auch von deren frühen Alben stammen könnten. Grenzwertig wird es, wenn „And Now" oder „Let Go" so klingt, als würde Enya einen Song von The Knife covern.

Ein aktuelles Video war (ebenso wie eine Homepage oder MySpace-Seite) nicht aufzutreiben, aber den Song „Let Go" gibt es als Vorgeschmack über Sincerely Yours oder Secretly Canadian.


Obscured Sound zeigt sich wenig beeindruckt (4,5/10 Punkten) und trauert dem Vorgänger hinterher:

"Let Go" opens with a beautiful melody that borrows from both italo-disco and lush balladry. Kastlander employs the perfect tone under the trickling of melodically invigorating synths, only to be interrupted by an awful chorus of over-utilized synth pads that sound like an Enya reject. Kastlander also sounds occasionally disinterested on tracks like "Voi Parlate, lo Gioco", where clumsy percussion combines with hesitant vocals that stick out like a sore thumb. It sounds as if this recording was a practice run and they were going to touch it up later, only to be rushed by the presence of hype. This is the case for a lot of tracks here. (...)

A track like "Into The Light" is occasionally able to remind listeners of the airy atmospherics of jj n° 2, even if the sloppy acoustics do not provide the endearing effect as initially planned. The album is not polished enough to assume it was intentional. When these types of observations is made it becomes difficult to evaluate an album like this one, since the intentions on jj n° 3 are clearly different than their predecessor. This is a rushed job, plain and simple, and I really hope that jj can one day recapture the magic of jj n° 2. This unfortunately is not the year.
(obscuredsound.com)

Kommentare:

Volker hat gesagt…

Ganz ganz toll

Steht bei mir unter Italo-Dreampop-Disco oder Latin-Enya-Dancehall, auf jeden Fall ne schräge Kombination und in meinen Top3 diesen Jahres (jetziger Stand).

Kennt ihr Hundreds? Auch schön.

Dirk hat gesagt…

Nö, kennt hier niemand. Aber ich habe gehört, dass man hier Alben vorstellen kann. Müsste man mal überprüfen, ob das wirklich stimmt...

Volker hat gesagt…

Mein Tagesablauf

06:45 Aufstehen
07:30 werde zur Arbeit abgeholt
08:00-16:30 schlage mich mit den Wünschen und Macken von 25 Mitarbeiterinnen rum und versuche dennoch genervt ein paar Patienten gerecht zu werden
16:30 Heimfahrt
16:40 - 20:00 Kinderbespaßung und Versorgung
20:00-20:15 Kinder ins Bett bringen
20:30 Juchuh erste freie Minute, Platte oder DVD anmachen
20:40 nach zwei Liedern oder 10 Minuten Serie eingeschlafen
03:00 Umzug von der Couch ins Bett

Sorry ich bin momentan wirklich am Limit (ernsthaft) und mir fehlen schon so mal ein paar Minuten nur für mich (sehr schwierig besonders für uns Einzelkinder, die immer allein sein konnten, wenn sie wollten). Da bleibt leider keine Zeit für sowas wie eine Vorstellung hier (vor allem, da die ja nicht in 10 Minuten geschrieben ist)

Sorry

Dirk hat gesagt…

So bleibt Hundreds unbekannt - das wären jj auch besser geblieben!

Hier kann ich Volkers überraschende Begeisterung nicht nachvollziehen.

4 Punkte

Ingo hat gesagt…

Viele der positiven Eigenschaften, die dem The XX-Album zugeschrieben werden finde ich auf jj no. 3. Die beiden Bands waren gemeinsam auf Tour. M. E. war die Reihenfolge der Acts vertauscht. 8 Punkte. Womit Elin Kastlanders Stimme unterlegt wird ist fast egal. "My life" ist der stärkste Albumopener des Jahres (bislang...).

Volker hat gesagt…

Ich schließe mich Ingo an

8 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

Ich kann Volkers Begeisterung nachvollziehen: 8 Punkte Und Dirk kann sich schon mal auf 'Let Go' freuen, das auf meiner Jahres CD vertreten sein wird :)

Dirk hat gesagt…

So etwas hatte ich nach einem Blick auf deinen last.fm Account fast befürchtet...