Ed O’Brien - Blue Morpho


Dinge, die ich gar nicht leiden kann: Wenn Künstler (in diesem Fall der Gitarrist von Radiohead) ihr erstes Soloalbum („Earth“, 2020) unter einem anderen Namen (EOB) veröffentlichen als ihr zweites („Blue Morpho“, 2026, von Ed O’Brien).  

Warum? Einerseits kommt meine Statistik bei last.fm damit ziemlich durcheinander, weil EOB und Ed O’Brien dort natürlich zwei unterschiedliche Künstler sind, andererseits stehen beide Schallplatten in meinem Plattenregal, das alphabetisch nach Künstler*innen bzw. Bands sortiert ist, weit voneinander entfernt, nämlich „Earth“ bei E (OB) und „Blue Morpho“ bei O (’Brien, Ed). 

Das war also in meinen Augen eine ziemlich unglückliche Entscheidung von Edward O’Brien. Ganz anders, als die Entscheidung, ein zweites Soloalbum aufzunehmen. Ausgangspunkt war wohl eine depressive Phase (vermutlich, weil auch er seit 10 Jahren auf neue Radiohead-Aufnahmen wartet), in der er aber den Ratschlag von Thom Yorke in die Tat umsetzte, sich während der COVID 19-Pandemie noch einmal mit alten Songideen auseinander zu setzen. 

So entstanden in seinem eigenen Studio in Wales und in den Londoner Church Studios sieben Lieder, die auch als meditative und sphärische Radiohead-Songs durchgehen könnten. Neben dem Produzenten Paul Epworth (Bloc Party, Maximo Park, Coldplay, Mumford & Sons ) und dem Tontechniker Riley MacIntyre (White Lies, The Kills, NewDad, London Grammar) war auch u.a. der Radiohead Schlagzeuger Philip Selway an zwei Songs beteiligt und sorgte der estnische Komponist Tõnu Kõrvits für die Streicherarrangements, die vom Tallinn Chamber Orchestra eingespielt wurden.

Blue Morpho“ ist als CD und LP (Black Vinyl, Cream Vinyl, Clear With Blue/Black/Orange "Butterfly" Splatter, Transparent Blue Vinyl, Orange Vinyl) erhältlich.


 


Auf insgesamt sieben Tracks befasst sich O’Brien auf BLUE MORPHO mit seinen persönlichen Befindlichkeiten. Sein Strugglen mit Süchten und Depressionen wurde während der Pandemie zu einem besonderen Thema, dem er sich nun auch musikalisch zuwendet. Wie klingt das? Sphärisch, würde ich sagen. Und komplex. Als würde man in seinem Kopf umhertapsen, auf der Suche nach Liebe und Antworten. Und ja – man hört eine gewisse Radiohead-Haftigkeit heraus. Das Flehende, Dringliche nimmt Raum ein.

(…) „Sweet Spot“ gefällt mir am besten. Es hat etwas von der schönsten Phase der Beach Boys. Den Rest des Albums in der Badewanne zu hören ist bestimmt kein Fehler, wenn man sich in interessante Gedanken verlieren will.




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