Mary In The Junkyard - Role Model Hermit


Die erste Vorladung (IX-MMXXVI)

Personalien:
Keine Mary in der Londoner Band Mary In The Junkyard, statt dessen Clari Freeman-Taylor (Gesang, Gitarre), Saya Barbaglia (Viola, Geige, Bass) und David Addison (Schlagzeug, Percussion).

Tathergang:
Früh übt sich: Clari und Saya lernten sich bereits mit 14 Jahren in Sommerlagern für klassische Musik kennen, Clari und David spielten bereits gemeinsam in der Indie-Rock-Band Second Thoughts, 2022/2023 formierten sie sich in London als Trio und erspielten sich live eine wachsende Fangemeinde. 2024 wurde die von Richard Russell (Damon Albarn, Peter Gabriel, Gil Scott-Heron) produzierte EP „This Old House“ veröffentlicht (black Vinyl, clear transparent Vinyl, seafoam green Vinyl, ripple effect transparent seafoam and black Vinyl), in diesem Monat folgte das Debütalbum über AMF Records. Produdiert wurden die 11 Songs von Oli Bayston (Olivia Dean, Fat Dog).

Plädoyer:
Mit unkonventionellem Songstrukturen, ungewöhnlicher Instrumentierung (Viola, Geige, Akkordeon) und Sprechgesang haben sich bereits andere britische Bands, wie Dry Cleaning oder Black Country, New Road einen Namen gemacht. Mary In The Junkyard schlagen mit ihrem intimen Art Rock einen ähnlichen Weg ein. 

Zeugen:

Vor allem Clari Freeman-Taylor (Gitarre, Stimme) beeindruckt dabei mit wandlungsfähigem, fast hypnotischem Gesang, bei dem es von zarten Nuancen zu wütenden Ausbrüchen oft nicht weit ist. Schon die vorab veröffentlichte Nummer „Crash Landing“ glänzte mit prägenden Orgel-Drone-Sound und cineastischer Tiefe, während das vertrackte „Blood“ oder das kribbelige „New Muscles“ die enorme dynamische Reife der Band unterstreichen. Saya Barbaglias vielschichtige Läufe auf Bass und Viola (!) verschmelzen dabei nicht selten bruchlos mit David Addisons packenden, vom Post-Punk inspirierten Drums. Auf den Spuren von Adrianne Lenker oder Wolf Alice – und doch oft betont idiosynkratisch – verwebt „Role Model Hermit“ verwebt düstere Fabeln mit surrealen Geschichten und radikaler emotionaler Direktheit: Ein lebendiges, atmosphärisches Kunstwerk voller reizvoller Kontraste.

Im Schlüsselstück „New Muscles“ verkehrt sich der innere Rückzug ins Gegenteil. Statt in Selbstzweifeln zu verharren, geht es darum, sich und das, was man geleistet hat, anzunehmen. Das Motiv der Selbstliebe klingt bereits im Opener an: „It is yours babe, you deserve it“ lautet das Mantra in Dauerschleife. Ein sperriger Auftakt, bevor „Blood“ mit lockerem Groove loslegt. Im Zentrum steht Clari Freeman-Taylors wandlungsfähiger Gesang. Mal verfällt die helle Stimme in einen beiläufigen, an Dry Cleaning erinnernden Erzählton, wenig später überschlägt sie sich, klingt wütend oder weinerlich.

Wenn dann noch mit vertrackten Rhythmen, verspielten Gitarren- und schrägen Viola-Klängen Dynamik erzeugt wird, fühlt man sich wie im Wonderland. Nur die gefälligeren, teils folklastigen Momente im letzten Drittel nehmen dem Album etwas von seiner wilden Energie. Dafür wartet am Ende mit „Mouse“ wieder ein Höhepunkt. 

Indizien und Beweismittel:


 


 


 


Ortstermine:
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Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...



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