Aldous Harding - Train On The Island


Das beste Album des Monats heißt „Train On The Island“ und stammt von Aldous Harding. Das behauptet zumindest der Musikexpress:

Train on the Island klingt nie zu bequem, es verbittet sich Beiläufigkeit. Nein, die Ruhe hier ist keine zum Zurücklehnen, es wird eher hypnotisch – wie im Opener „I Ate The Most“ – und gleichzeitig fragt man sich immer wieder: Was hat sie da gerade gesungen? Und: Was hat sie da gerade gemacht? Takt, Rhythmen – alles nur Bauteile, mit denen man herumspielen kann, um die Zuhörer:innen zu überraschen. Melodien und Harmonien verschieben sich, Harding bringt uns damit an unerwartete Orte, die gleichermaßen unbekannt und seltsam vertraut sind.

Vielleicht kommt dieses Gefühl der Vertrautheit vom detailverliebten Worldbuilding: Harding ist eine Geschichtenerzählerin, die das Talent hat, alle in diesen Kosmos zu ziehen, den sie baut. Auch wenn nicht ganz klar ist, wohin sie uns führen wird. Sie verkörpert verschiedene Charaktere, wechselt den Akzent und passt ihr Vokabular an. Wie das klingt? Zum Beispiel wie „One Stop“, die Leadsingle von Train on the Island. Eine Klaviermelodie, die an Kinderlieder erinnern könnte, würde darüber nicht diese zusätzliche Schicht an Nervosität und Unruhe liegen. Verschiedene Protagonist:innen erzählen von unangenehmen Begegnungen – zum Beispiel mit John Cale. (…)

Wer ist Aldous Harding eigentlich genau? Wir werden es wohl nie erfahren. Mit Train on the Island verrät sie es uns auch nicht – hinterlässt uns aber ihr womöglich stärkstes Album.

Mit dieser Meinung steht der Musikexpress übrigens nicht allein da, denn auch bei Metacritic trumpft das fünfte Album der Neuseeländerin auf: Ein Metascore von 87/100 bringt sie punktgleich mit Mitski und Dry Cleaning auf Platz 6 der Jahresbestenliste.

Das aus zehn Titeln bestehende Album wurde gemeinsam mit ihrem langjährigen Weggefährten John Parish (PJ Harvey, Dry Cleaning, Sparklehorse) in den Rockfield Studios in Monmouth, Wales, produziert – jenem Ort, an dem die beiden bereits Hardings frühere Alben „Party“ (2017), „Designer“ (2019) und „Warm Chris“ (2022) aufgenommen hatten. Die musikalischen Beiträge zu den neuen Aufnahmen stammen von Pedal-Steel-Spieler Joe Harvey-Whyte, Harfenistin Mali Llywelyn, Synthesizer-Künstler Thomas Poli, Schlagzeuger Sebastian Rochford (Polar Bear) sowie H. Hawkline an Bass, Akustik- und E-Gitarre, Orgel sowie Gesang auf „Venus In The Zinnia“ und „Coats“.

Train On The Island“ ist als CD und LP (Black Vinyl, Blue Vinyl, Red Vinyl, Copper Metallic Vinyl) über 4AD erschienen.

Aldous Harding live in Deutschland:
19. Juni 2026 Hamburg, Große Freiheit 36
21. Juni 2026 Berlin, Huxleys
06. Juli 2026 München, Muffathalle
11./12. Juli 2026 Köln, Tanzbrunnen


 





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