Zehn Jahre nach ihrem letzten Studioalbum machen die Britpop-Veteranen von Dodgy klar: „It’s Not The End“.
Nach einer so langen Pause stellt sich allerdings die Frage, ob die Band heute noch Relevanz besitzt oder lediglich den Sound der Vergangenheit verwalte. Zumindest für die treue Fanbasis dürfte das siebte Studioalbum wie ein vertrautes Wiedersehen wirken dem ein begeistertes „Hello Beautiful“ entgegen gerufen wird.
Musikalisch setzen Dodgy wie gewohnt auf leichtfüßigen, sommerlichen Gitarrenpop. Tracks wie „Summer Forever“versprühen zuverlässig genau die sonnige Leichtigkeit, die man seit den 90ern von ihnen kennt. Das ist handwerklich absolut solide und lädt mit seinen sanften Melodien dazu ein: „Fall Into Me“ – lass dich einfach treiben, ohne groß nachdenken zu müssen.
Gleichzeitig macht die Band kein Geheimnis daraus, wo ihre Inspirationen liegen: Mit üppigem Harmoniegesang, Streichern und Bläsern sowie deutlichen 60s- und 70s-Anleihen wirkt die Produktion unweigerlich etwas „Out Of Time“. Die Platte ist ein unverblümtes „Looking Back“ in musikalisch vergangene Zeiten (Electric Light Orchestra, The Beatles, Supertramp) – was je nach Perspektive als zeitlos charmant oder eben leicht überholt wahrgenommen werden kann.
Sollten Musikkritiker das Ganze als etwas zu gefällig oder altbacken abtun, antwortet Band und Fans offensichtlich mit „Call It What You Want“. Ob man es nun als gelungene Retro-Geste oder als bemühten Nostalgie-Aufguss verbucht: „Hello Beautiful“, veröffentlicht über Flip Flop Records als CD und LP (black Vinyl), bringt keine Revolutionen mehr mit sich, bietet Fans aber genau die gewohnte Dosis Optimismus, die sie erwarten.
Gleich der Titelsong-Singalong ist so ein unaufgeregtes Stück Positivismus, dass es entwaffnend ist – auch wenn der Opener exemplarisch für die meisten Stücke zu lange dauert und irgendwann unverbindlich plätschert, die Eingängigkeit zu belanglos und nett ohne wirklichen Kanten hofiert. The Likes of You and Me orientiert ein ein bisschen psychedelischer tändelnd am Insel Rock-Einerlei mit 60s-Vibe samt opulenter angehauchten orchestralem Finish und It’s Not the End wird als schöne Ballade von Bläsern begleitet. Das friedliche, hippiesk gezupfte Call it What You Want schippert tänzelnd dann nach vorne, zwischen The Coral und Midlake, revidiert seine Ausrichtung hinten raus aber überraschend in den funky Twist, derweil das gut gelaunte Summer Forever eher zu den Beatles schielt und der solide Filler Looking Back (im Gegensatz zum eher eindruckslosen Out of Time) ein gelungenes Solo zu den immer angenehm zurückhaltenden Arrangements stellt.Ja, streng genommen stimmt es schon: So wirklich konkret hängen bleibt wenig davon, das meiste ist einfach zu gefällig und harmlos angelegt. Nicht nur wenn sich Fall in to Me (in dem irgendwo ein großer Song stecken sollte) und vor allem Beside Me aber wie niemals restlos in Griffweite kommende Erinnerungen an aus der Zeit gefallene Klassiker anfühlten, haben einen die Underdogs mit Hello Beautiful dann aber eben doch einmal mehr – wenngleich eher vielversprechend, als befriedigend – an der Angel. Und man rundet wertungstechnisch auf, wie es wohl nur mit langjährigem Sympathie-Bonus halbwegs zulässig ist.(Heavypop)

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