Millionaire - Sciencing



















Heute in zwei Monaten ist das Best Kept Secret Festival 2017 schon fast wieder Geschichte. Für uns stehen dann aber erst noch der Auftritt von Radiohead und zuvor Aurora, James Blake, Arab Strap und Strand Of Oaks an. Überschaubar, oder? 

Seit Wochen schweben alle Ticket-Besitzer zwischen Hoffen, dass das Lineup nicht nur quantitativ (es fehlen noch ca. 20 - 30 Künstler) aufgefüllt wird, und Bangen, dass der Großteil des Budgets für Arcade Fire und Radiohead ausgegeben wurde. Nachdem bereits im letzten Jahr die beiden Headliner bestätigt wurden und das Festival daraufhin recht zügig ausverkauft war, herrschte wochenlang Stille bis Mitte Februar dann gleich 60 Band auf einmal bestätigt wurden und sich die Begeisterung für die größten Namen (Agnes Obel, Aurora, Floating Points, George Ezra, James Blake) im Netz in Grenzen hielt. Seitdem: wieder Stille. 

Doch halt, zwischendurch wurde eine weitere Band bestätigt, die auf der Homepage des BKS mit folgenden Worten vorgestellt wird:
After a break of more than ten years (!), this Belgian band, which made fuore during the zeros, is back. Millionaire is the band around multi-instrumentalist and overall hero Tim Vanhamel, who also played with Evil Superstars, dEUS and Eagles of Death Metal. Rock with stoner- and industrial influences, a kind of Muse avant la lettre (who themself franky admit Millionaire was a big inspiration for them).

Tim Vanhamel wird am 19. Mai mit „Sciencing“ ein drittes Millionaire-Album veröffentlichen, was zumindest im belgisch-niederländischen Raum mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, so war zum Beispiel die Releaseshow innerhalb von zehn Minuten ausverkauft. 
Aufgenommen wurden die 12 neuen Lieder von Vanhamel und Schlagzeuger Damien Vanderhasselt in einem brandneuen Aufnahmekomplex in Santa Teresa, Costa Rica. Äußerst entspannte Sessions, die Tim Vanhamel mit “Nie zuvor hat sich ein Aufnahmeprozess so angenehm und frei angefühlt. Es war wie in einem Sandkasten zu spielen.“ kommentiert, führten zu einem Mehr an Groove und einem Weniger an Gitarren-Riffs.
Zwar gehören Songs wie „I’m Not Who You Think You Are“ oder „Bloodshot“ immer noch zum Alternative Rock zwischen Soundgarden, Muse und Nine Inch Nails und gibt es reichlich Gitarren-Soli („Love Has Eyes“), aber dennoch zeigen sich Millionaire im Verlauf der 62 Minuten vielschichtig: psychedelischer Pop („Gurus Feet“), ein sanft vor sich hin pluckerndes Desert-Duett mit der kanadischen Sängerin Clara Klein („Silent River“), es wird auf Französisch gesungen („L'Homme Sans Corpse“) und geht richtig funky zu („Busy Man“). Leider gibt es neben der ein oder anderen Überlänge („Little Boy Blue“) mit „Visa Running“ zum Schluss auch ein eben so langweiliges wie überflüssiges Instrumental.




Kommentare:

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Weniger ist manchmal mehr. 5,5 Punkte