Holly Humberstone - Cruel World


Für den kommenden Sommer habe ich - den Tagesausflug nach Lokeren zu Editors und Suede einmal außen vor gelassen -  noch kein einziges Festival Ticket. Zurzeit liebäugele ich mit dem Traumzeit Festival, das mich u.a. mit Kettcar, Betterov Apparat, White Lies, Sprints, Brigitte Calls Me Baby und Dressed Like Boys lockt, und dem Golden Leaves Festival. Während ich schon mehrmals die Reise nach Duisburg angetreten habe, muss ich gestehen, noch nie beim Festival in Darmstadt gewesen zu sein. 
Die Macher des Golden Leaves Festival hoffen auf einen sonnigen Spätsommer und locken mit einem Programm, das - auch wenn es nicht so offensichtlich kommuniziert wird - auf ein stark weibliches Lineup setzt. Ich würde gern Ende August am Steinbrücker Teich Agnes Obel, Mine, Kat Frankies BODIES, Hundreds, Austra, Pale Waves und Poliça sehen. 

Ebenfalls dort auftreten wird Holly Humberstone, die in ihrer englischen Heimat bereits zwei Top Ten Alben vorzuweisen hat: „Paint My Bedroom Black“ (2023; #5) und „Cruel World“ (2026; #4). Ihrer aktuellen Veröffentlichung gelang sogar der Sprung in die deutschen Charts (#45). Die 12 Songs, die eindeutig mit dem Label Pop zu versehen sind, komponierte Holly Humberstone zusammen mit ihrem musikalischen Partner Rob Milton, der auch die Produktion übernahm, und weiteren professionellen Songwritern. Bei den Kritikern kommt „Cruel World“ ebenfalls gut weg, so sind aktuell bei Metacritic 80/100 Punkte hinterlegt.


Bedroom-Indie winkt aus dem Hintergrund, aber auch Seventies- und Nineties-Pop. Nicht weit weg sind zu guter Letzt die großen Pop-Autorinnen der Gegenwart. Mit mindestens drei Songs schließt Humberstone scheinbar mühelos zur Swift- und Rodrigo-Liga auf: „White Noise“ verarbeitet den Liebeskummer aus der Clubtoilette heraus.„To Love Somebody“ bemüht sich darum, ihn positiv aufzuladen – die Botschaft: Wenn du gerade tief fällst, bedeutet das, dass du irgendwann ganz oben warst.
Und in „Red Chevy“ wiederum fleht sie: „Kiss me like you fuckin’ mean it.“ Ein luftiges Saxofon bläst dazu ein paar Ad-Libs. Ohnehin wird auf diesem Album viel gezweifelt, viel gefleht, viel gesucht, aber eben auch: die Welt umarmt. 


 


 




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