The Pipettes - Earth vs. The Pipettes


















Bei den Pipettes hat sich so einiges getan und eigentlich müsste der Titel des aktuellen Albums in Anspielung an das Debütalbum „We Are The Pipettes“ (2006) nun „We Are Not The Pipettes We Used To Be“ heißen. Denn aus dem eigentlichen Trio Rose Dougall, Rebecca Stephens und Gwenno Saunders sind die beiden Erstgenannten ausgestiegen und wurden durch Anna McDonald (mittlerweile ebenfalls nicht mehr dabei) und Gwennos Schwester Ani ersetzt.
Auch optisch hat sich so einiges getan: „Raus aus den Polka Dot-Kleidchen, rein in den glitzernden Disco-Fummel!“ lautete wohl das Motto, um einen abrupten musikalischen Richtungswechsel auch visuell zu unterstreichen: Verschwunden ist der Girl-Band Sound der 50er und 60er Jahre, denn jetzt toben sich die Saunders-Schwestern auf den Tanzflächen der 80er und 90er aus. In den schlimmen Momenten von „Earth vs. The Pipettes” – und davon gibt es zahlreiche – weiß man nicht, ob man einer Plastik-Pop-Produktion aus dem Hause Stock-Aitken-Waterman lauscht, einem Album von Pepsi & Shirlie, die früher bei Wham! im Hintergrund singen durften, oder einer Platte, die vor einigen Jahren noch mit dem Begriff „Euro-Disco“ abgestempelt worden wäre.

England schickte bereits zum Eurovision Song Contest einen Rick Astley-Klon und ging damit unter. Genau das gleiche Schicksal wird diese Platte erleiden.
„Stop The Music“ lautet der Titel der ersten Single-Auskopplung – hätten sich The Pipettes doch daran gehalten!

Earth vs. The Pipettes is a more adventurous but sadly less cohesive album than 2006’s enjoyable debut. It seems churlish to criticise a band for branching out, but the unfortunate truth is that the most successful songs here are those that remain closest to the band’s original formula. The record is bereft of the group’s former, slightly ramshackle charm, and though there are some fantastically shimmering and melodic moments on offer, it’s the sound of a band who have conceptually lost their way.
(wearsthetrousers.com)





„Stop The Music“ Video

Es gibt spacigen Disco-Soul, so, wie er in den 70er Jahre Usus war, angereichert mit einer Prise 80s-Ästhetik, was ggf. auf Produzenten-Legende Martin Rushent (Human League) zurückzuführen ist, der hier noch mal von seinem Altenteil weggelockt werden konnte. Das ist alles wie musikalische Schokolade: Angenehm wegzuschlabbern, kalorienreich, schmackig - aber nicht notwendigerweise nachhaltig sättigend. Die Scheibe klingt hervorragend, die Mädels singen sauber, die Grooves grooven ordentlich, die Songs sind okay und das Ganze kommt somit als Guilty Pleasure sehr gut weg. Man darf nur nicht bemüht sein, dem eine tiefere Bedeutung beizumessen. Das Einzige, was dem Projekt vorzuwerfen wäre, ist, dass es zu gutgelaunt und fröhlich daher kommt. Aber das wäre ja wie das Lamentieren über fehlende Luxussteuern...
(gaesteliste.de)

1 Kommentar:

Dirk hat gesagt…

Käse.

2 Punkte (und damit meine niedrigste Wertung des Jahres)