Fertig, Los! - Pläne für die Zukunft


















Irgendwann in den letzten 3 Jahren, also zwischen den Veröffentlichungen von „Das Herz ist ein Sammler“ (2007) und „Pläne für die Zukunft“, müssen sich Philipp Leu & Co. überlegt haben, was man braucht, um vom Abitur/Studenten-Indiepopper zum ausgewachsenen Popstar aufzusteigen. Fertig, Los! kamen zu den folgenden Erkenntnissen, die sie auch prompt umsetzten:

1) Richtige Popstars brauchen Wechsel im Lineup der Band: So wurde Raphael Dwinger an der Gitarre durch Florian Lüdtke ersetzt, der bereits früher einmal zum Gerüst der Band gehörte hatte und mittlerweile wohl schon wieder gegen Simon Schankula ausgetauscht wurde.

2) Waschechte Popstars müssen auch aussehen wie Popstars: Daher vertrauten die Münchner nicht mehr dem Westwind, sondern verbrachten wohl reichlich Zeit bei Friseuren, Stylisten und Modedesignern, um sich ein passendes und modernes Outfit auf den Leib schneidern zu lassen. Man vergleiche nur einmal Bandfotos aus den Jahren 2007 und 2010!

3) Heutige Popstars brauchen auch den derzeit angesagtesten Sound: Also her mit den Synthies, den 80er-Bezügen und einer aufwendigen, alle Ecken und Kanten abfeilenden Produktion! Der Werbetext der Plattenfirma nennt als Vergleiche Bands wie Editors, Franz Ferdinand und Interpol, ich möchte lieber Karpatenhund, Klee, Revolverheld und Silbermond anführen.

Heute, drei, vier Jahre später, heißen Veröffentlichungen von ihnen schon etwas weniger verspielt "Pläne für die Zukunft".
Auch wenn sich der Text des gleichnamigen Songs auf der Platte gegen ebendiese "Pläne" richtet, ist der Wechsel von verstrubbeltem Indie zu einer "Zukunft" nicht unbedingt das schlechteste Bild für das, was mit den nunmehr drei Münchnern musikalisch (und auch ein wenig äußerlich) geschehen ist.

"Natürlich würden wir uns sehr freuen, wenn wir auf MTV gespielt werden", sagt Sänger Philipp - die durch und durch aufwendig produzierte Platte unterstreicht diesen Wunsch, die Band selbst steuert kongenial den unbedingten Willen zu Melodien bei. Vielleicht hört man dem Album ab und an etwas zu deutlich seine Absichten an, sei's drum, solange es so gut klingt. Der Wind weht also vielleicht nicht mehr durchs Haar - aber in den Rücken.
(intro.de)





“Wenn du mich brauchst” Video

Kommentare:

Chris hat gesagt…

Da fand ich schon die älteren Veröffentlichungen nicht wirklich gelungen und die Hochglanzpolitur macht die Sache fast noch schlimmer. Aber nur fast...

aXel hat gesagt…

Leider viel zu glatt und der Charme des Vorgängers ist weg. 6.5

Dirk hat gesagt…

Ich zücke die Tafel mit dem Aufdruck
5 Punkte.