Man/Woman/Chainsaw - Cannonball


Bitte auf jeden Fall einen Platz in euren diesjährigen Singles Charts für „Nosedive“ von Man/Woman/Chainsaw reservieren!


 


Das Londoner Sextett besteht aus Billy Ward (Gesang, Gitarren), Emmie-Mae Avery (Gesang, Keyboards), Vera Leppänen (Gesang, Bass), Clio Starwood (Geige), Billy Doyle (Gitarre) und Lola Cherry (Schlagzeug). Bereits mit 14 Jahren musizierten Ward und Leppänen gemeinsam, drei weitere Bandmitglieder wurden an ihrer Schule gefunden und 2019 stand das komplette Lineup des Sextetts. Bis zu den ersten Singles, „Any Given Sunday“ (2022) und „What Lucy Found There“ (2023), sollte noch etwas Zeit verstreichen, für ihre erste EP („Eazy Peazy“, 2024) mit sechs Songs nahm sie Fat Possum Records unter Vertrag. Bei einem weiteren Label (So Young Records) erschien 2025 die Doppel-A-Seiten-Single „Adam & Steve“ / „Only Girl“ und dann schlug Fiction Records für das Debütalbum zu und nahm Man/Woman/Chainsaw unter Vertrag. Für die 11 Lieder auf „Cannonball“ verzichtete die Band mit Ausnahme von „Only Girl“ auf alle zuvor veröffentlichten Songs. 

Cannonball“ bietet stürmischen Indiepop mit Streichern, rumpelnd-sperrigen Noiserock und unkonventionellen Artrock mit vielstimmigem Gesang, irgendwo zwischen Arcade Fire und Black Country, New Road. Das Album ist als CD und LP (Black Vinyl, Red Vinyl, Blue and Clear Marble Splatter Vinyl, Berry Vinyl, Black with Orange, Yellow & Cream Splatter Vinyl) erhältlich.


 


Elf Tracks zeigen die Bandbreite und Spielfreude der fröhlichen Schar. Vier Frauen, zwei Männer. Gleich der erste Track „Only Girl“ hat das Zeug zum Indie-Hit. Hymnisch nimmt man Bezug auf eine Endsiebziger-Singer/Songwriter-Tradition der Wärme und Kraft, setzt die Violine als gleichberechtigtes Instrument ein, bespielt Überschwang und Lebenslust.

Der Jetzt-schon-Hit „Nosedive“ bezieht sich klar auf die frühe, noch gute Phase von Arcade Fire, die die Band ja auch nur vom späteren Nachhören kennen kann, denn da war noch keines ihrer Mitglieder geboren. Tja. Hier muss und darf jede:r der begabten Sechs ran. Mal besingt einer der schmalen Boys in Nick-Cave-Manier den „Goddamn Lizard Man“, mal wird Lola-Young-Qualität erreicht („Still Angry“). Zwischen „Poison“ und Prog-Rock verführen die elf Tracks. Aus ihren verwaschenen, schlecht sitzenden 2000er-Outfits heraus verblüffen die Musiker:innen aufs Schönste. 





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