Und weiter geht es mit der Reihe „Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder?“ und der walisischen Band The Darling Buds, welche ihre Fans 34 Jahre auf ein neues Studioalbum haben warten lassen. Aber der Reihe nach…
Der Name der Band stammt aus H. E. Bates’ Roman „The Darling Buds of May“, dessen Titel auf die dritte Zeile von William Shakespeares Sonett 18 zurückgeht. Gegründet wurde die Band 1986 von der damals 19-jährigen Sängerin Andrea Lewis und dem Gitarristen Geraint Farr. 1989 darf mit Fug und Recht als DAS Jahr in der Historie der Darling Buds bezeichnet werden: Nachdem die Single „Hit The Ground“ bis auf Platz 27 der UK Charts geklettert war, durften sie bei Top Of The Pops auftreten, das Debütalbum „Pop Said…“ erschien und erreichte Platz 23 der Charts, zudem zierte die Band in diesem Jahr die Cover des Melody Maker sowie des NME.
In den folgenden vier Jahren gab es Wechsel im Lineup, zwei wenig bis gar nicht erfolgreiche Alben („Crawdaddy“, 1990, und „Erotica“, 1992) und schließlich die Auflösung der nach Los Angeles umgesiedelten Band.
Erst 2010 trat Andrea Lewis (ohne Geraint Farr) erstmals wieder unter dem Namen The Darling Buds auf, ab 2013 folgten weitere Konzerte. 2017 erschienen vier neue Lieder in Form der „Evergreen“ EP, 2023 veröffentlichte Cherry Red Records eine große Werkschau mit 85 Songs auf 5 CDs, deren Titel („Killing For Love: Albums, Singles, Rarities, Unreleased 1987-2017“) eigentlich alles aussagt.
Über das gleiche Label kam nun „Same Sun / Same Sky“ als CD und LP heraus. Es bietet 12 neue Gitarrenpop-Songs, die in der Besetzung mit Andrea Lewis (Gesang), Paul Chaz Watkins (Gitarre, Keyboards), Erik Stams (Schlagzeug, Percussion), Dave Corten (Bass) und Matt Gray (Gitarre) gemeinsam komponiert und aufgenommen wurden.
Die einzige personelle Konstante ist Sängerin Andrea Lewis, kein Wunder, dass sie nun auch auf dem Cover des Comeback-Albums zu sehen ist. Die Musik hat sich im Vergleich zu den Neunzigern kaum verändert: The Darling Buds spielen Gitarrenpop zwischen guter Laune und bittersüßer Melancholie, integrieren Elemente aus Soul, Dream Pop und 60ies-Beat.Neu ist die folkige Nostalgie von „Giddy In A Good Way“. Die große Stärke von SAME SUN/SAME SKY: Diese Musik klingt zwar wie früher, dabei aber nicht alt. Was wohl daran liegt, dass sich die Darling Buds nie über Testosteron definiert haben.

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