Gerade höre ich mich ein wenig in die unbekannteren Acts des Golden Leaves Festivals ein. Bei Agnes Obel, Mine, Kat Frankies BODIES, Hundreds, Austra, Pale Waves oder Poliça kann ich mir recht gut vorstellen, was mich Ende August in Darmstadt erwarten wird, aber bei Luvcat, Girl In The Year Above oder Soft Loft?
Meine liebste Entdeckung bisher: die schottische Band Swim School, die ihr Debütalbum aber bereits im Oktober 2025 veröffentlicht hat, so dass ich mir hier den Sturm der Entrüstung bei einer Vorstellung im Sommer ’26 lieber ersparen möchte. Kommen wir statt dessen heute und morgen zu zwei Alben, die zweifelsfrei im richtigen Zeitraum veröffentlicht wurden.
Bei Ellur handelt es sich um die aus Halifax stammende Sängerin und Songwriterin Ella Megan McNamara, die sich auf der Suche nach einem Künstlernamen von der lokalen Yorkshire-Aussprache ihres Vornamens inspirieren ließ. Geprägt wurde sie musikalisch von der 90er-Indie-Rock-Plattensammlung ihrer Eltern und damit kommen wir zu einem Punkt, der hier auf jeden Fall erwähnt werden muss: Wen jemand beim Nachnamen gestutzt hat, dann war dies berechtigt, denn Ella ist die Tochter von Richard McNamara, dem Gitarristen von Embrace, welcher deren Songs zusammen mit seinem Bruder / Ellas Onkel Danny schreibt. Beim Hören von „At Home In My Head“ darf man also neben Sharon van Etten, Sam Fender oder Wolf Alice auch an Embrace denken. Wäre „God Help Me Now“ nicht auch eine großartige Single von Embrace gewesen?
Das Album ist ein lyrisches Tagebuch über das Heranwachsen, Selbstzweifel und das Verlangen nach Sicherheit in den eigenen Gedanken. Die Trennung ihrer Eltern und das Aufwachsen in zwei unterschiedlichen Welten hat sie beispielsweise im Song „The World Is Not An Oyster“ (Coldplay dürften gern wieder solche Musik machen) thematisiert.
„At Home In My Head“ ist als CD und LP (glass clear Vinyl, black and white colour in colour Vinyl, black and white splatter Vinyl, black Vinyl (linen scented Sleeve)) erhältlich.
Gold Help Me Now contrasts heavy drums and a sleek guitar riff with some bleak, cynical lyrics that will be very relatable to many: “I think too much / I’m all out of fucks.” Soon after, though, there is something almost poetic in the way McNamara’s delivery shifts, reflected in the line: “The love / We make / Repeat / Replace.”The superb Missing Kid changes the mood, with its upbeat, jangly sound recalling Sam Fender.The narrative suggests the idea of being at a loss, with no direction, reflected in its refrain: “And every road road leads me back to this / Every aisle I look down I’m looking like a missing kid.”The Wheel is explosive and powerful, while Yellow Light addresses her Yorkshire roots. Lonelier In Heaven is much more stripped back instrumentally, leaving her vocals centre stage. Versatile and cohesive, its emotional intelligence and depth balanced with storytelling skill, ‘At Home In My Mind’ is a superb bow from an exciting talent.

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